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Die Zukunft vieler indigenen Völker ist unsicher. Nach einem Bericht der Agentur Pressetext gefährden diese Menschen meist Wirtschaftsinteressen.

"Zu Zwangsumsiedelungen kommt es oft bei großen Staudammprojekten, bei Palmöl-Plantagen oder bei der Erschließung von Bodenschätzen", so Linda Poppe von der Menschenrechtsorganisation Survival International. Das Hauptproblem sei jedoch die Politik. Vielerorts garantierten Gesetze Schutz und Anerkennung indigener Völker, so Poppe, aber die Umsetzung scheitere immer wieder. In vielen Ländern Afrikas fehle auch die gesetzliche Anerkennung noch völlig.

Auch der Naturschutz kann zum Problem werden, speziell wenn Natur und Mensch gegeneinander ausgespielt werden. "Während indigene Völker meist nachhaltig leben, können Zwangsumsiedlungen die Natur schädigen, wie das Beispiel des Yellowstone-Nationalparks gezeigt hat. Probleme wie illegaler Holzeinschlag spitzen sich zu, wenn man Menschen die Lebensgrundlage entzieht und somit in die Armut drängt", erklärt die Survival-Expertin.

Entsprechend vertritt Bischof Erwin Kräutler, Träger des Alternativen Nobelpreises, das Konzept der "Mitwelt" - die Umwelt, zu der auch der Mensch gehört.

Zu den vielen Errungenschaften der Eingeborenen-Völker gehört die Landwirtschaft, die etwa in Papua Neuguinea teils lange vor Europa begann. Wichtige Grundnahrungsmittel wie Maniok, Mais und Kartoffeln stammen aus indigener Züchtung, und auch viele indigenen Jagd-, Überlebens- und Erziehungstechniken sowie das Umweltwissen der Indigenen gelten als einzigartig.

Von den 7.000 heute gesprochenen Sprachen werden 4.000 von indigenen Völkern gesprochen, über 1.000 davon alleine in Papua Neuguinea. Rund 100 Völker leben weiterhin ohne Kontakt zur Außenwelt.

Um die Zukunft indigener Völker zu sichern, bleibt viel zu tun. "Es geht um die Umsetzung internationaler Standards wie etwa das Recht auf Überleben und Selbstbestimmung. Für Indigene bedeutet das vor allem Konsultation und Mitbestimmung bei sie betreffenden Projekten, Landrechte, Rechte auf Sprechen der eigenen Sprache oder Recht auf Leben, was den Schutz vor Gewalt mit einschließt", so Poppe. Der wichtige Beitrag des Einzelnen dazu sei die solidarische Wahrnehmung. "Minderheiten brauchen eine Öffentlichkeit - also eine Mehrheit, die für sie spricht und die Einhaltung ihrer Rechte fordert."