Garten-Kultur erobert Asphalt-Wüsten

Foto: Flickr / beate.firlinger

Frisches und gesundes Essen aus eigenem Anbau. Urban Gardening – urbane Landwirtschaft, der Trend aus den USA etabliert sich auch in deutschen Großstädten. Immer mehr Großstädter sehnen sich nach einer bewussteren Ernährung und engagieren sich im eigenen Anbau lokaler Obst- und Gemüsesorten.

Zurück zur Natur, so lautet das Motto in deutschen Beton-Wüsten. In Berlin, Hamburg, Leipzig, München oder Frankfurt werden ehemalige Brachflächen von Großstädtern in blühende Gemeinschaftsgärten umfunktioniert und auch auf Dachterrassen und Balkonen entstehen kleine Gärten. Bio-Erde wird in Säcken herbeigeschafft, die zu Pflanzkübeln umfunktioniert werden. Hochbeete werden angelegt. Die urbanen Gärtner schwören auf die vielfältigen Gewinne, die die neue Lebensart mit sich bringt. Entspannung in der grünen Oase, frisches Obst und Gemüse und gleichzeitig dienen die Gärten dem urbanen Umfeld als grüne Lunge. Sie sind wegweisend für eine neue nachhaltige Nahversorgung, da sie die Reduktion der Transportwege frischer Lebensmittel, von der Produktionsstätte bis auf den Teller des Verbrauchers, unterstützt.

 

Orte der Begegnung

 

Und auch die soziale Komponente der Nachbarschaftsgärten ist nicht zu vergessen. Das gemeinsame Wirtschaften fördert nachbarschaftliche Beziehungen, in entspannter Atmosphäre werden Freundschaften geknüpft, Integration wird gefördert und es finden angeregte Diskussionen statt – die Identifikation der Bewohner mit ihrem Stadtteil wird gefördert.

 

Mitten in Berlin Kreuzberg: Der Prinzessinnengarten

 

Das derzeit wohl bekannteste Beispiel einer Gartenbauinitiative in einer deutschen Großstadt ist der Prinzessinnengarten mitten in Berlin-Kreuzberg. Hunderte freiwillige Helfer und Unterstützer engagieren sich seit dem Sommer 2009 dafür, dass auf der ehemaligen Brachfläche eine große Vielfalt an lokalen Gemüse- und Kräutersorten gedeiht. Neben Spenden finanziert sich der Garten durch Einnahmen aus seinem Gartencafé und dem Verkauf des selbstgeernteten Gemüses. Im offenen Garten ist jeder willkommen, der säen, pflanzen, ernten oder an einer der weiteren vielfältigen Aktivitäten des Prinzessinnengartens teilnehmen möchte.

Das Projekt in Berlin-Kreuzberg ist, wie viele ähnliche Initiativen, auch Ausdruck eines zunehmenden Interesses des Verbrauchers an gesunden Lebensmitteln aus lokaler Produktion. Das Bewusstsein um die Folgen einer zunehmenden landwirtschaftlichen Industrialisierung und Globalisierung ist gestiegen. Gleichzeitig nimmt die Besorgnis um den Einsatz chemischer Düngemittel und Pestizide in der Nutzpflanzen-Produktion zu. Beim Anbau im Prinzessinnengarten achten die Initiatoren und Helfer deshalb auf die Erzeugung frischer Lebensmittel in Bio-Qualität. Durch den Anbau alter und seltener Sorten wird außerdem die Biodiversität im städtischen Gemüseanbau gefördert. Wer sich im Projekt Prinzessinnengarten engagiert kann viel lernen.

 

Der Garten im FensterEin neuer Trend aus den USA ist inzwischen das sogenannte Window Farming, welches selbst den wenigen Platz vor Hochhausfenstern in ein Anbaugebiet für frische Küchenkräuter verwandelt.

 

Durch viele fleißige Gärtner ist die urbane Landwirtschaft inzwischen vielerorts Teil moderner städtischer Kultur geworden, die die Natur mit einem neuen Selbstverständnis in das urbane Leben zu integrieren weiß.

 

 

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