21.10.2018

Sozialgastronomie: 3-Gänge-Menüs für Obdachlose in Rio

Foto: Facebook

Während ein Drittel der in der Welt produzierten Lebensmittel verschwendet wird, bleiben Millionen von Menschen jeden Tag hungrig und leben in ständiger Ernährungsunsicherheit. Im Refettorio Gastromotiva in Rio de Janeiro bekochen Starköche Obdachlose. Entstanden ist die Idee im Zusammenhang mit den Olympischen Spielen 2016 in Rio. Der italienische Starkoch Massimo Bottura und David Hertz, ebenfalls Starkoch und Gründer der Kochschule „Gastromotiva“ wollten etwas gegen die riesige Verschwendung von Lebensmitteln bei der Verpflegung von 18.000 Athleten, Trainern und Funktionären im Olympischen Dorf unternehmen. Und pünktlich zum Start der Spiele, öffneten sich am 8. August 2016 die Türen des ersten sozialen Restaurants Brasiliens für die, die von der Gesellschaft vergessen wurden. Das waren zu der Zeit mehr als 14.000 Menschen allein im Stadtzentrum von Rio.

 

Seitdem wird jeden Montag bis Freitag Abend ab 17:00 ein kostenloses 3-Gänge-Menü serviert, gekocht aus Lebensmitteln, die sonst im Müll landen würden. Alle die hier arbeiten tun das freiwillig und ehrenamtlich, selbst Starköche aus aller Welt. Unterstützung gibt es durch Geld- und Lebensmittelspenden von Firmen. Den Initiatoren aber wollten vor allem auch die Art und Weise ändern, wie über Hunger, Lebensmittelverschwendung und Menschenwürde gedacht wird.

 

"Wir bieten kein Essen für Menschen auf der Straße - wir begrüßen Menschen, die jeden Tag die Würde einer Ernährung verdienen". am Welt-Tag der Ernährung erkennen wir die Bedeutung der sozialen Eingliederung durch das essen an."

 

Clevere Idee: Ein Verkaufsautomat für Obdachlose

Wer auf der Straße lebt, der ist auf Hilfe von außen angewiesen. Die Versorgung der Grundbedürfnisse wird oft von Tafeln oder andere Hilfsorganisationen realisiert.

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Die Obdachlosen sind froh darüber, im Refettorio wieder als Mensch akzeptiert zu werden und nehmen das Angebot dankbar an. Das Ziel der Initiatoren, etwas gegen die Lebensmittelverschwendung zu tun und die Würde der Menschen wiederherzustellen, scheint aufgegangen zu sein und das Beispiel hat auch schon Schule gemacht. So gibt es zwischenzeitlich weitere solcher Projekte nicht nur in Rio. Das Projekt hat inzwischen namhafte Sponsoren, wie die Carrefour Enterprise Foundation oder Coca Cola und machte eine Reihe zusätzlicher Angebote, wie zum Beispiel eine Restaurant-Kochschule mit eingeladenen Köchen und jungen Talenten von Gastromotiva, die mit überschüssigen Zutaten kochen. Auch betreiben Sie ein Zentrum für soziale Gastronomie und bieten Vorträge und Workshops, um gesunde und nachhaltige Gewohnheiten und Bräuche zu fördern.


hjo

 

Weitere Infos unter www.refettoriogastromotiva.org

oder www.facebook.com/pg/RefettorioGastromotiva/

 


Videoblog, Michael Stocks, ARD Rio de Janeiro

 

 

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