21.01.2020

Kleiner Wohnen, kleinerer ökologischer Fußabdruck

Foto: mobiles-tiny-house.de

Die durchschnittliche Wohnfläche pro deutschem Bundesbürger ist über die letzten Jahre konstant gestiegen. Eine Studie des Umweltbundesamtes zeigt: Heute beträgt die beanspruchte Wohnfläche ganze 2 Quadratmeter mehr als noch vor 10 Jahren.

Dem entgegen steht jetzt ein neuer Wohntrend: Sogenannte Tiny Houses umfassen meist nicht mehr als 30 Quadratmeter. Was es mit den Minihäusern auf sich hat und wie sie zu einem kleineren ökologischen Fußabdruck beitragen können.

Jeder Quadratmeter bedeutet einen zusätzlichen Bedarf an Ressourcen und Energie. Das gilt nicht nur für den Bau des Wohnraumes, sondern ebenfalls für den Unterhalt. Denn die zusätzliche Wohnfläche bedeutet mehr Ressourcen für Beleuchtung, Beheizung, Reinigung und Instandhaltung. Ein Übermaß an Wohnfläche bedeutet somit einen Luxus, den wir uns angesichts von Klimawandel und knapper werdender Erdreserven nicht länger leisten können.

 

Kleines Wohnen als weltweite Bewegung

 

Oft nicht größer als ein WG-Zimmer, bieten Tiny Homes alles, was man zum Leben braucht: Ein kleines Bad, eine Küchenzeile, eine Sitzgelegenheit mit Tisch. Das Bett befindet sich zumeist auf einer Empore unter dem Dach, die über eine kleine Treppe oder Leiter zugänglich ist. Eine gut durchdachte Innenarchitektur vereint alle Wohnbedürfnisse auf minimaler Fläche.

Eine Wohnphilosophie, die immer mehr Anhänger findet. So hat sich mit dem Small Movement eine ganze Bewegung um das Wohnen im Kleinhaus gebildet. Deren Anhänger propagieren vor allem den Aspekt der Nachhaltigkeit und des “Gesundschrumpfens”. Demnach führt die Reduktion der Wohnfläche nicht nur zu einer nachhaltigeren Lebensweise, sondern ebenso zu einem bewussteren Lebensstil.

Angefangen hat dabei alles mal ganz anders. Denn die Wurzeln des kleinen Wohnens liegen weniger in einem philosophischen Ansatz als in finanzieller Not. Sprunghafte Verbreitung finden Mikrohäuser 2007 mit dem Beginn der Finanzkrise, ausgelöst durch eine platzende Immobilienblase in den USA. Als sich immer weniger Amerikaner Wohnfläche leisten können, erweisen sich Minihäuser als bezahlbare Eigenheim-Alternative.

Heute steht für immer mehr Kleinhaus-Anhänger der ökologische Aspekt im Vordergrund. Eine Studie der amerikanischen Saint John`s Universität belegt: Allein für die Instandhaltung reduzieren sich bei einer halb so großen Immobilie die CO2-Emissionen um bis zu 36 Prozent. 

 

Kleines Wohnen als Geschäftsfeld für Startups

 

 

Foto: Tiny House Village Camp GmbH

Die wachsende Nachfrage für kleines Wohnen belegt auch die Gründung neuer Unternehmen, die sich auf den Bau und Vertrieb von Tiny Houses spezialisiert haben. Die Vital Camp GmbH im nordhessischen Oelshausen ist ein solches Beispiel. ,,Angefangen hat es mit nur 5 Tiny Houses”, so Valeria Feist, Gründerin und Geschäftsführerin des Unternehmens. Heute bedient sie mit ihrem Team Kunden in ganz Europa. Feist: ,,Zu unseren Kunden gehören junge Studenten, junge Paare mit Zukunftsvisionen aber auch Gewerbekunden, die die Stärke eines Tiny Houses entdeckt haben oder etwas reifere Kunden, die sich an einen schönen Ort zurückziehen möchten und die Natur und Besuche Ihrer Enkelkinder genießen.”

 

Herzstück bietet ein eigenes Village, in dem die Tiny Houses besichtigt werden können.

 

Mario Wilkens

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