Vegane Mode - eine Gewissensfrage

Modenschau Foto: Wikimedia/CC2.0 Jason Hargrove

Immer mehr Designer und Labels setzen auf vegane, ökologische Mode, darunter Vivienne Westwood und Stella McCartney. Ihre Kollektionen zeigen, dass es durchaus möglich ist, bei der Kleidungsherstellung völlig auf tierische Produkte zu verzichten. Doch ist dieses Konzept für den „Normalbürger“ bereits umsetzbar?

 

Wenn man beim Shoppen durch die Läden streift und versucht, vegane Mode zu finden, fällt einem auf, wie schwer es ist. Nahezu überall sind in irgendeiner Form tierische Erzeugnisse enthalten: Die Wolle von Schafen und anderen Tieren, der kleine lederne Aufnäher an der Jeans und sogar im Klebstoff von Taschen und Schuhen sind meist Knochenreste und Tierhäute enthalten. Das was übrig bleibt, sind Baumwollshirts bei H&M und qualitativ minderwertige Kunstlederschuhe. Damit ist leider der Umwelt nicht gedient. Das Kunstleder enthält PVC, was gravierende Gesundheits- und Umweltprobleme verursacht, und Arbeiter stellen die T-Shirts unter menschenunwürdigen Bedingungen her.

 

Viele Shops für ökologische, vegane Mode

 

Die Mode muss also auch ökologisch sein. Dazu gehören menschenwürdige Herstellungsbedingungen und Nachhaltigkeit. Shops, die solche Mode verkaufen finden sich in vielen Großstädten ( Umasan in Berlin, Muso Koroni in Wien und glore und iKi M. in München) und natürlich online ( Greenality, Unique Nature). Die Kleidung unterscheidet sich optisch nur in den Farben, da es noch nicht möglich ist, jede Farbe durch pflanzliche Färbemittel zu erzeugen. Verwendet werden nur Materialien nicht-tierischen Ursprungs wie Leinen, Hanf, Baumwolle und synthetische Stoffe.

 

Damit verzichten die Hersteller auf das Leid vieler Tiere. Sie wissen, dass Tiere wegen ihrer Pelze unter schrecklichen Bedingungen in Zuchtfarmen gehalten werden und ihnen die Pelze teilweise bei lebendigem Leid abgezogen werden. Ähnlich verhält es sich bei Daunen. Wegen des Leders tötet man heutzutage viele Tiere, da es sich nicht mehr nur um ein Nebenerzeugnis der Fleischindustrie handelt, sondern um ein lukratives Geschäft. Um die Wolle zu gewinnen, schert man die Schafe häufig unter schlimmen Bedingungen.

 

Mode als bewusste Entscheidung

 

Stella McCartney sagte gegenüber PETA: „Als Designerin arbeite ich gern mit Material, das nicht blutet; deswegen nutze ich keine Tierhäute.“ Sie verwendet nur falsches Leder. Letztendlich muss jeder selbst entscheiden, ob er sich für vegane und ökologische Mode entscheiden und den etwas höheren Preis und die kleinere Auswahl in Kauf nehmen möchte oder nicht. Doch so oder so sollte diese Entscheidung bewusst getroffen werden. TZL

 

 

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