Weiternutzen: Upcycling von Schiffs-Containern

Foto: Mountainer

Eine Idee reist heute als Container um die Welt: Der Amerikaner McLean baute zunächst Behälter, die von Lastkraftwagen transportiert werden konnten. Da sich diese per Kran direkt auf Schiffe verladen ließen, ging der Ladevorgang viel schneller. Die Konstruktion wurde im Lauf der Jahre noch etwas angepasst und ist bis heute erfolgreich in aller Welt unterwegs: Der bekannte und weltweit nach den gleichen Maßen gefertigte Container nach ISO 668.

Die Maße der Container richten sich nach den angloamerikanischen Feet (Fuß), bei dem ein Foot (ft) eine Länge von 0,3048 Meter hat. Es gibt Container in den Maßen 10ft, 20 ft, aber auch 40 ft. Sie sind auf modernen Frachtschiffen zu Tausenden gleichzeitig unterwegs und sorgen dafür, dass die Waren möglichst preiswert zu ihren Bestimmungsorten gelangen.

 

Erst reisen - und dann?

 

Die Container reisen in millionenfacher Stückzahl auf Schiffen, Lastkraftwagen und Eisenbahnwaggons rund um die Welt. Sie sind nicht nur in gleicher, genormter Größe, sondern vor allen Dingen äußerst robust, da sie aus COR-TEN-Stahl bestehen. Dies ist eine der robustesten Legierungen, die es gibt.

Zwar sind die Container mit einem speziellen Lack gegen Rost geschützt, doch sie können beim Rangieren durchaus beschädigt werden. Dann bildet COR-TEN-Stahl eine eigene Schutzschicht aus Sulfaten aus, die ihn vor weiterer Korrosion bewahrt. Sind die Container voll beladen, können sie - je nachdem, was in ihnen steckt - ganz schön schwer werden. Trotzdem lassen sich maximal sechs von ihnen wie Lego-Steine übereinander stapeln, auch voll beladen.

Wenn die Container zehn Jahre alt sind, werden sie in der Regel ausgetauscht und dann oftmals auf Plattformen wie Containerbasis.de weiterverkauft.

 

Fünf tolle Tipps fürs Upcycling von Containern

 

Ressourcen sind knapp - da gilt es, achtsam und sparsam mit dem vorhandenen Material umzugehen und nur wenig zu verschwenden. Deswegen achten die Menschen seit den 1970er-Jahren darauf, Materialien zu recyclen. Eine weitere Alternative für gebrauchte Dinge entstand in den vergangenen Jahren: Das sogenannte Upcycling. Dabei wird ein Ding nicht in seine einzelnen Teile zerlegt oder eingeschmolzen, sondern der ganze Gegenstand wird einfach neu genutzt.

Zwar sind viele dieser Upcycling-Ideen aus der Not geboren, doch sie erweisen sich oft als geradezu geniale Lösungen. In diesem Sinne lassen sich die ausrangierten Container für ganz unterschiedliche Zwecke nutzen: Sie können zu einem Wohncontainer umgebaut werden oder es wird ein Lagerplatz daraus. Prinzipiell ließe sich ein derartig robuster Container zu allem umwandeln, was wie ein umbauter Raum zu nutzen wäre - ob Werkstatt oder Wochenendhäuschen: Dank ihres modularen Aufbaus lassen sich Container auch leicht zu mehreren stapeln - und nutzen.

 

Individuelle Gestaltung geschlossener Räume

 

Foto: wikimedia CC/GNU 1.2/Remi Jouan

Die Container sind in den üblichen genormten Größen erhältlich: Die kleinsten von ihnen, 10ft Container, haben eine Grundfläche von 7,2 Quadratmeter (m2)und eignen sich beispielsweise als Geräteschuppen oder mobiler Stauraum. Sie sind drei Meter lang, 2,40 Meter breit und 2,60 hoch. Dabei wiegen sie leer lediglich 1.200 Kilogramm und lassen sich dank ihrer großen, doppelflügeligen Tür leicht be- und entladen.

Die größten Container sind die 40-Fuß-Container, mit einer Grundfläche von 29,7 m². Diese würden sich beispielsweise als Wochenendhäuschen oder als großzügige Werkstatt für den ambitionierten Handwerker hervorragend eignen.

Kommen weitere Container als Räume dazu, ließe sich in ihnen direkt wohnen. Die innen liegenden Wände, der Fußboden und die Decke lassen sich gut dämmen und mit vielen unterschiedlichen Materialien so ausbauen, wie der künftige Nutzer das gerne haben möchte. Beispiele für solche außergewöhnlichen Wohnprojekte finden Bastler und Hobby-Architekten im Internet.

 

Der Container als Häuschen im Garten

 

Es ist egal, ob der Container im Garten nur dazu dient, den Rasenmäher und die Gartengeräte zu beherbergen, oder ob auch die Möbel regengeschützt wie in einem kleinen, gemütlichen Gartenhäuschen stehen. Dazu müssen lediglich Türen und Fenster eingebaut werden. Mit Glasschiebetüren wird es innen schön hell, so dass dem Kaffee-Kränzchen im Container-Haus nichts im Wege steht.

Nass wird es im Container auf gar keinen Fall, schließlich sind diese wind- und wasserdicht gebaut. Das Container-Häuschen lässt sich sowohl mit Farbe, aber auch mit einer Verkleidung neu gestalten. Vielleicht passt ja noch eine kleine Veranda vor die Schiebetür?

 

Der Container als praktische Werkstatt

 

Nicht jeder hat in seinem Keller genügend Platz für sein geliebtes Hobby. Hier kann der Container zu mehr Raum verhelfen - schließlich lässt er sich leicht zu einer kleinen Werkstatt ausbauen. An den Wänden können an einer Werkzeugwand sämtliche Werkzeuge übersichtlich angeordnet und aufgehängt werden, alles ist sicher und trocken untergebracht. Wer mag, integriert einen stabilen Werktisch im Container, verlegt Strom, so dass Steckdosen und Licht vorhanden sind. Selbstverständlich lässt sich aber auch ein Fenster einbauen. So kann auch der Heimwerker, Hobbybastler oder Schrauber ganz ungestört seinem Hobby nachgehen, wenn im Haus der Platz nicht reicht.

 

Der Seecontainer als Swimmingpool

 

Wasserdicht ist er ja, der Seecontainer. Das lässt sich selbstverständlich auch nutzen: Dann wird aus einem Container ein Swimmingpool. Ob der Container dafür ein Stück weit im Gartenboden versenkt wird oder aufgestellt und mit einer Leiter zum Einsteigen versehen wird, ist dabei Geschmackssache. Er kann mit Holz verkleidet werden - oder bleibt ganz pur in seinem etwas ramponierten Charme stehen. Vintage-Lookalike gewissermaßen. Ist die dafür nötige Pooltechnik eingebaut, kann schon die Einladung zur ersten Party erfolgen. Ein Fachmann verrät, welche Technik dafür nötig ist - und wie der Container zum Pool umgebaut wird.

 

Der Container als Gewächshaus

 

Werden die Stahlwände entfernt und werden diese durch Glas- oder Plastikwände ersetzt, bietet der Container ein stabiles Gerüst für ein eigenes Gewächshaus im Garten. Dabei sollten die Türen des Containers bleiben, so lässt sich das Gewächshaus gut lüften. Innen kommt Erde hinein - und schon wachsen Tomaten und Paprika wie in jedem anderen Gewächshaus auch.

 

Der Container als praktisches Gerätehaus

 

Wer den Container als Gerätehaus nutzen will, braucht ihn dafür gar nicht viel umzubauen. Es reicht dabei aus, wenn innen Regale, Wandhaken und andere Halterungen angebracht werden, so dass alle kleinen Teile gut verstaut werden können. Fahrräder, Rasenmäher und andere Geräte finden problemlos in der Mitte ausreichend Platz - und in der Garage hat das Auto wieder seinen eigentlichen Platz.

 

Weitere Informationen finden Leser unter containerbasis.de/blog/

 

Hannes Müller

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