Wohlstand wird neu berechnet

Foto: Bundestag

Neue Wohlstandsermittlung von Bundestagsgremium „Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität“ verabschiedet. Mit breiter Mehrheit stimmten Union, SPD und FDP für den sogenannten Wohlstandsindikatorenansatz als Instrument, den Wohlstand in Deutschland neu zu berechnen. Grüne und Linke sehen dieses Modell als nicht geeignet an.

 

Fachleute kritisierten in letzter Zeit immer mehr, dass der Wohlstand allein über das Bruttosozialprodukt berechnet werde. Hierauf beschloss die Enquete-Kommission „Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität“ neben dem BIP auch weitere Kriterien zur Berechnung des Wohlstandes hinzuzufügen.

Die Kommission rief dazu auf neben dem materiellen Wohlstand auch die Ökologie sowie die soziale Lage in der Bevölkerung und das Maß an Teilhabe am politischen Leben heranzuziehen. Die einzelnen Parteien entwickelten ihre Konzepte.

Nun wurde abgestimmt. Gegen die Stimmen der Grünen und Linken, entschied sich die breite Mehrheit für den Wohlstandsindikatorenansatz.

 

Dieser sieht zehn sogenannte Leitindikatoren vor, mittels denen Kriterien aus den Bereichen „Materieller Wohlstand“, „Soziales und Teilhabe“ sowie „Ökologie“ berechnet werden. Das BIP spielt weiterhin eine zentrale Rolle. Das umfassende System berücksichtigt zudem die Einkommensverteilung, das Maß an Staatsschulden, die Beschäftigungsquote, das Bildungsnivau, die Lebenserwartung und das Maß an Freiheit.

Als ökologische Kennziffern benennt die Kommission den Ausstoß an Treibhausgasen und Stickstoff sowie die Artenvielfalt.

 

Wohlstandsindikatorenansatz: ein abstruses Zahlenspiel

 

Der Linken-Abgeordnete Matthias Birkwald kritisierte die Vorlage der Kommissionsmehrheit als „abstruses Zahlenspiel“, das „überladene“ Indikatoren-Set sei „nicht breit kommunizierbar“. Konkret monierte Birkwald, dass im Modell von Union, SPD und FDP das „Verteilungsproblem verharmlost wird“.

 

Die Linke wollte den Wohlstand mittels ihrem Trio der Lebensqualität berechnen: Die Teilhabe am wirtschaftlichen Wohlstand soll über das Bruttogehalt der Arbeitnehmer berechnet werden, die „soziale Qualität der Gesellschaft“ soll aus der „Reich-Arm-Verteilung“ abgeleitet werden und die „ökologische Tragfähigkeit“ soll sich aus dem „ökologischen Fußabdruck“ ergeben.

 

Auch die Grünen sehen in dem Wohlstandsindikatorenansatz ein „Sammelsurium von Indikatoren und Lampen“, das zur Berechnung des Wohlstandes ungeeignet ist. Der von den Grünen erarbeitete Wohlstandskompass sah folgende Rechnung vor: Das Maß an Lebensqualität soll sich auf die Messung des Natur- und Ressourcenverbrauchs, der Einkommensverteilung, der Lebenszufriedenheit der Bürger sowie der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit stützen.

 

Die Anträge der Grünen und Linken wurden mit breiter Mehrheit abgelehnt.

 

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