2017: Gutes Jahr für die Europäische Wildkatze

Foto: Pixabay CC/PublicDomain/258817

Erfolg für den Artenschutz: Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) konnte 2017 mehrere bisher unbekannte Vorkommen der seltenen Europäischen Wildkatze in Deutschland belegen. Besonders aufschlussreich waren die Funde in Niedersachsen, Bayern und dem Saarland.

Während der Winter für die Europäische Wildkatze Überlebenskampf bedeutet, beginnt für die Wildkatzenforscher des BUND eine spannende Zeit, beschreiben sie selbst in einer aktuellen Pressemeldung, in der sie ihre erfreuliche Bilanz des ablaufenden Jahres ziehen: Seit Jahresbeginn waren sie mit Unterstützung von ehrenamtlichen Helfern in deutschen Wäldern auf der Suche nach Wildkatzen und haben zum Jahresende spannende Erkenntnisse vorliegen.

 

Durch mehrere Regionen streifen jetzt wieder Wildkatzen

 

Im Saarkohlenwald und auf der bayrischen Seite des Odenwalds wurden erstmals Wildkatzen dokumentiert. Besonders bemerkenswert ist der bisher nördlichste Nachweis einer Wildkatze in Deutschland in der Lüneburger Heide. "Er zeigt an, dass sich die Tierart nach Norden ausbreitet", betonen die KAtzenforscher und komentieren die "erfreuliche Neuigkeit" - da doch weite Teile Nordostdeutschlands nach wie vor „wildkatzenlos“ sind, obwohl die Wälder dort als Lebensraum geeignet wären.

Interessant sind auch neue Erkenntnisse über Wanderungen von Wildkatzen. So wurde kürzlich bei Schweinfurt ein Kater entdeckt, der bereits 2015 vom Biosphärenreservat Rhön in der Hochrhön nachgewiesen worden war. Er ist damit nachweislich über 30 Kilometer gewandert und hat in seinem neuen Lebensraum möglicherweise sogar für Nachwuchs gesorgt.

Ein weiterer genetischer Nachweis eines Wildkatzen-Katers in der nordsächsischen Dübener Heide zeigt anschaulich, auf welchen Wegen sich die Wildkatze Lebensräume zurückerobert. „Genanalysen beweisen, dass dieser Kater mit den Wildkatzen im Harzer Vorland verwandt ist – genau wie die Wildkatzen im Leipziger Auwald. Die Kenntnis solcher Wanderbewegungen hilft uns, die genutzten Routen zu schützen und gezielt geeignete Lebensräume miteinander zu verbinden“, sagte Friederike Scholz, Wildkatzenexpertin des BUND.

 

Katzenhaare für die genanalysen

 

Um Wildkatzenvorkommen nachzuweisen, kommt die „Lockstock-Methode“ zum Einsatz. Dabei werden angeraute Holzlatten in Wäldern aufgestellt und mit Baldrian besprüht. Von dem Geruch angezogen, reiben sich die Katzen an den „Lockstöcken“ und hinterlassen Haare, die eingesammelt und vom Institut Senckenberg in Gelnhausen im Labor genetisch analysiert werden. „Durch die Genanalysen können wir nicht nur Aussagen über Wanderbewegungen der Wildkatze treffen, sondern auch über Verwandtschaftsbeziehungen zwischen Individuen und die Nutzung verschiedener Lebensräume. Auf diese Weise konnte der BUND in den letzten Jahren sein Wissen zur Wildkatze enorm erweitern und wichtige Weichen für ihren nachhaltigen Schutz stellen“, erklärte Scholz.


red

 

 

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