25 Jahre Grünes Band

Teistungen/Eichsfeld Grenzlandmuseum am "Grünen Band" Foto: Wolkenkratzer

Lebensader für gefährdete Arten in ehemaligem Todesstreifen

Am 9. November 2014 feierten unzählige Menschen mit vielen Festakten den 25. Jahrestag des Mauerfalls in Berlin. Auch die Naturschützer feiern diesen Tag und das gesamte Jahr über mit vielen Veranstaltungen. Bis vor 25 Jahren verlief mitten durch Deutschland eine Grenze, die so genannte Innerdeutsche Grenze. Fast 40 Jahre lang. Der fast 1400 Kilometer lange, streng bewachte, sogenannte Todesstreifen. Ein für Menschen nahezu unüberwindbarer Streifen, der zu Trennung und Tod führte. Gleichzeitig gewährte diese Grenze der Natur einen Ort nur für sich. Mehr als 1.200 Tier- und Pflanzenarten der so genannten "Roten Liste der gefährdeten Arten" fanden hier einen Rückzugsraum. Das erkannten Naturschützer bereits in den 70-er Jahren. Aus der Idee entstand im Jahr des Mauerfalls 1989 das Schutzprojekt „Grünes Band“.

 

Grenzenlose Natur

 

„Am Anfang stand die Begeisterung einiger ehrenamtlicher Naturschützer, zu denen ich gehörte“, so der „Vater“ des Grünen Bandes und heutiger BN-Artenschutzreferent, Kai Frobel. In Hof fand dann im Dezember 1989 das erste Treffen mit Naturschützern aus Ost und West statt. Organisiert vom Bund Naturschutz (BN), dem bayerischen Landesverband des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). So entstand das erste gesamtdeutsche Naturschutzprojekt unter dem Namen "Grünes Band". Ein Projekt, von denen in Ost und West Naturschützer schon lange träumten, konnte nun verwirklicht werden. Denn bereits seit 1975 kartierten die Mitarbeiter des BN im Grenzstreifen die Vogelwelt. Damals noch per Fernglas, Aug in Aug mit den Grenzposten. „An die balzenden Braunkehlchen auf dem Grenzzaun“ erinnert sich Kai Frobel besonders gern. „ Noch als die Grenze stand, war dies ein hoffnungsvolles Symbol dafür, dass die Natur eben keine Grenzen kennt.“

 

Viel bewirkt und noch viel zu tun

 

Nun feiert das „Grüne Band“ im Jahr 2014 seinen offiziellen 25. Geburtstag. Entstanden während der Grenzzeit, erhalten durch besondere Menschen nach dem Grenzfall. Diese Menschen haben viel bewirkt für dieses Naturdenkmal mit seinem außergewöhnlichen Charakter. Denn hier treffen nicht nur die besondere Länge und die Funktion als Rückzugsraum aufeinander, sondern auch die enge Verzahnung ganz unterschiedlicher Lebensräume. Hier grenzen Binnendünen an blühende Heiden oder Trockenrasen an Niedermoore.

Seine besondere Bedeutung zeigt sich in der Ausweisung als "Nationales Naturerbe". Zusammen mit den Nationalparken und Biosphärenreservaten gehört es zu den wichtigsten Naturlandschaften Deutschlands Die Bundesregierung führt es als Leuchtturmprojekt für den Schutz der Artenvielfalt.

Dennoch bleibt noch viel zu tun für die Naturschützer, denn noch steht nicht das ganze Gebiet unter Naturschutz. Für ein lückenloses „Grünes Band“ engagiert sich der BUND gezielt mit dem Projekt „Lückenschluss“. Denn dieses besondere Stück deutscher Einheit zu erhalten ist das Ziel des BUND Naturschutz.CDC

 

 

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