18.12.2018

Afrikas Tierwelt aus dem All beobachten

Martin Wikelski (r), Jörg Melzheimer (m) und Ralf Röder (l) vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung Foto: S. Izquierdo

Wildtierschutz aus dem Orbit: Wissenschaftler beobachten Elefanten, Antilopen, Gnus sowie Giraffen, Zebras und Geparde in einem Reservat in Namibia von Bord der ISS im Weltraum. Sie wollen die Wanderungen der afrikanischen Tiere studieren, die sie dafür mit Sendern am Ohr oder hinter den Hörnern ausstatteten.

Viele der großen Säugetiere Afrikas unternehmen im Lauf eines Jahres ausgedehnte Wanderungen auf der Suche nach neuen Weideplätzen. Dabei geraten sie inzwischen immer häufiger in Konflikt mit dem Menschen.

Von 1968 bis 2004 etwa blockierte ein Zaun die Wanderung der Zebras im Okavango-Delta in Botswana. Erst nachdem das Hindernis entfernt worden war, nahmen die Tiere ihre Wanderrouten wieder auf. „Das Beispiel zeigt, wie wichtig es ist, das Verhalten der großen Säuger zu kennen. Unsere Sender werden uns künftig verraten, wo Mensch und Tier aufeinandertreffen und wie wir die Tiere dann am besten schützen können“, erklärt Jörg Melzheimer vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung den Hintergrund der Forschungen im Elefantenreservat Okambara.

 

Tierwanderungen in Afrika aus dem All erforscht

 

30 Individuen zwölf verschiedener Arten erhielten von den Wissenschaftlern dafür jetzt ihre Ikarus-Sender ans Ohr oder an das Horn geklemmt. Die elektronischen Ohrmarken funken Ihre Signale zur Raumstation in der Erdumlaufbahn, an der russische Kosmonauten im Sommer 2018 extra Außenantennen montierten, deren Signale nun der Bordcomputer der internationalen Foschungsstation im Orbit sammelt.

 

 

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„Wir wollen auf diese Weise testen, welche der Sender für die Beobachtung der Tierwanderungen in der afrikanischen Savanne am besten geeignet sind“, sagt Martin Wikelski. Er ist der Direktor am Max-Planck-Institut für Ornithologie und Leiter von Icarus.

„Die Sender speichern ebenfalls die Beschleunigung im Raum, Temperatur, Feuchtigkeit, Luftdruck und Magnetfeldausrichtung und geben damit genaue Auskunft über die Umwelt sowie das Verhalten und die Gesundheit der Tiere“, beschreibt jetzt der Wissenschafts-Pressedienst idw die Aufgaben der Forschung.

Der Rechner sendet Ergebnisse an eine Bodenstation im Okambara-Reservat, wo die Wissenschaftler ihre Daten auswerten.


pit

 

 

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