01.10.2017

Antarktis: Wieder großer Eisberg abgebrochen

Der neu entstandene Eisberg in der Pine Island Bucht im antarktieschen Amundsenmeer. Foto: ESA

Satellitenaufnahmen der ESA aus der Antarktis zeigen, dass vom Pine Island Gletscher ein Eisberg von etwa 265 Quadratkilometern Größe abgebrochen ist. Bereits im Juli war ein riesiger Eisberg von rund 6000 Quadratkilometern vom Larsen-Schelfeisgebiet abgebrochen. Wissenschaftler beobachten schon seit einiger Zeit, dass der Pine mehr und mehr Masse verliert und so zum Anstieg des Meeresspiegels beiträgt.

 

„Der Pine Island Gletscher ist im Zeitraum von 1992 bis 2000 rund zwei Meter pro Jahr dünner geworden. Im Jahr 2006 haben britische Wissenschaftler einen Dickenverlust von zehn Metern pro Jahr im Bereich der Aufsetzlinie beobachtet“, sagt Dr. Daniela Jansen vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI). „Die Aufsetzlinie des Pine Island Gletschers hat sich zwischen 1996 und 2009 jährlich um 1,5 Kilometer zurückgezogen“, berichtet die AWI-Glaziologin weiter.

 

Die Aufsetzlinie bezeichnet die Stelle, wo ein Gletscher auf festem Untergrund aufliegt. Im Gegensatz dazu, ist das sogenannte Schelfeis zwar noch mit dem Gletscher verbunden, schwimmt aber schon auf dem Ozean. Durch den jetzt abgebrochenen Eisberg steigt der Meeresspiegel aktuell nicht, sagen die Wissenschaftler, denn der abgebrochene Teil schwamm ja schon im Wasser. Würde aber der gesamte westantarktische Eisschild in den Ozean fließen, klnnte der Meeresspiegel weltweite zwischen 3 und 4,3 Metern ansteigen. Wie sich das auf die einzelnen Küstenregionen auswirken würde, kann man sich auf der interaktiven Karte anschauen. Anhand der Höhendaten hat der Programmierer Alex Tingle verschiedene Überflutungsszenarien in die Karten von Google Maps eingebaut.


hjo

Weitere Infos gibt es auf der Seite des Alfred-Wegener-Instituts...

 

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