Antibiotika Altlasten in Mastbetrieben

Foto: photocase/J- Krempl

Antibiotika-Verseuchung tiefgreifender als angenommen: Die neue so genannte Verschleppungsstudie aus NRW ergab, dass einmal verabreichte Medikamente viel länger als gedacht im Wasserkreislauf eines Mastbetriebes bleiben. Die Tester untersuchten den Antibiotikagehalt des Trinkwassers in 42 Geflügelmasten. Das erschreckende Ergebnis: In 62 Prozent der Fälle stellten sie Rückstände auch über die Behandlungsdauer hinaus fest. Besonders besorgniserregend ist, dass die Medikamente teilweise über Jahre und mehrere Mastdurchgänge hinweg verschleppt wurden. Die Tester fanden sogar Substanzen, die in Deutschland überhaupt nicht zugelassen sind.

Schon die im November veröffentlichte Studie zum Antibiotikaeinsatz in Geflügelmastbetrieben zeigte, dass die Verabreichung von bis zu sieben verschiedenen Medikamenten pro Mastdurchlauf heute keine Seltenheit sondern vielmehr gängige Praxis ist. Die Verschleppung stellt dabei eine besondere Gefahr dar. Denn je länger der Kontakt mit einem Antibiotika andauert, desto höher ist auch das Risiko für die Entstehung resistenter Keime. Ein medizinisch nicht zu unterschätzendes Problem.

Johannes Remmel, Verbraucherschutzminister von NRW und Auftraggeber beider Studien, zeigt sich aufgrund der fehlenden Transparenz ärgerlich : „Ich fordere die Bundesregierung dringend auf, endlich die rechtlichen Weichen durch eine Gesetzesänderung zu stellen, damit wir dem Ziel der Minimierung des Antibiotika-Einsatzes in der Intensiv-Tierhaltung näher kommen.“

Auch der BUND kritisiert die gegenwärtige Gesetzeslage und fordert ein Ampelsystem, dass den zuständigen Behörden eindeutige und aktuelle Angaben zum Antibiotikaeinsatz in jedem einzelnen Betrieb vermittelt.

 

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