Verkehrte Welt: Artenschutz contra Menschenrechte

Foto: SI

Artenschützer gegen Menschenrechtler: Wer glaubte, diesen Gegensatz gebe es nicht, liegt offenbar falsch. Die Organisation Survival International (SI) jedenfalls klagt die beiden Naturschutz-Verbande The Nature Conservancy (TNC) sowie die African Wildlife Foundation (AWF) scharf an und beschuldigt kenianische Polizisten einer „Serie brutaler Vertreibungen“:

„Die Dörfer der Samburu wurden niedergebrannt, ihre Tiere getötet und gestohlen und Männer, Frauen und Kinder angegriffen.“

Kenias Laikipia Distrikt war seit Jahrhunderten Teil des traditionellen Gebietes der indigenen Samburu, klagt SI an. Die Naturschutz-Organisationen hätten das Samburu-Land für zwei Millionen Dollar vom kenianischen Ex-Präsidenten Daniel arap Moi gekauft und jetzt dem Staat geschenkt. SI in einer Pressemeldung weiter: „Kenias Minister für Wald und Wildtiere sagte im Parlament: "Dieses Stück Land wurde uns gespendet ... wir nehmen die Spende an. Dies deckt sich mit dem Erfordernis unsere Wildtiere zu schützen, die für uns ein wirtschaftlicher Goldesel sind."

Hintergrund scheinen tatsächlioch die lukrativen Einnahmen aus dem (Öko-)Tourismus zu sein. SI: „Auf dem Land lebt eine Vielzahl von Tierarten, darunter seltene Zebras und schwarze Nashörner. Die Geschäftsführung von AWF hat den Schutz von Laikipia als perfektes Mittel beschrieben, um den ‚Tourismus zu stimulieren’."

Survivals Direktor Stephen Corry sagte: „Dass die Samburu im Namen des Naturschutzes aus ihrer Heimat vertrieben werden, sollte von all jenen entschieden abgelehnt werden, die an Fairness und Gerechtigkeit glauben. Sie wollen einfach weiter auf dem Land leben und es schützen." SI forderte daher die Vereinten Nationen auf, dringend zu handeln, um die Gewalt zu stoppen und die Samburu zu unterstützen.

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