Artenschutz-Hotspot in Peru ist bedroht

Eidechse im Manu National Park Foto: Alessandra Catenazzi UC Berkeley

Der größte Arten-Hotspot der Erde liegt in Peru: Forscher mehrerer US-Universitäten zählten im Manu National Park über 1.000 Vogelarten, 1.200 verschiedene Schmetterlinge und 287 Arten verschiedener Reptilien und Amphibien. „Für Reptilien“, bewertet Rudolf von May als Co-Autor der Studie und Wissenschaftler am Museum of Vertebrate Zoology im kalifornischen Berkeley, „zählen der Park und seine Pufferzone damit zu den artenreichsten Plätzen überhaupt.“

Eine heile Welt, so die Wissenschaftler, ist der Manu National Parc dennoch nicht mehr. Im Fachblatt Biota Neotropica beschreiben sie die Bedrohung des Hotspots der Biodiversität: Eine tödliche Amphibienkrankheit (chytrid fungus) bedroht die Tiere ebenso wie der fortschreitende Lebensraumverlust im seit 1977 als UNESCO-Biosphärenresertvat und seit 1987 als Weltnaturerbe anerkannten peruanischen Nationalpark, der sich vom Regenwald im Amazonas-Becken hinauf zieht in die Nebelwälder bis zu den Gras-Matten der Anden.

 

Gold- und Gas-Schürfer bedrohen den größten Arten-Hotspot

 

 

Aras im Manu National Park Foto: Wikimedia CC 2.0 US/Bill Bouton

Gold- und Gas-Schürfer kümmert der Schutzstatus des Nationalparks nämlich wenig. Immer wieder dringen sie von der Pufferzone auch in den Park ein, roden dort illegal Wald und beginnen nach Öl zu bohren.

„Das alles bedroht die Artenvielfalt und die letzten dort noch lebenden Stämme“, sagt der in Peru geborene Wissenschaftler von May. Er spricht von mindestens vier verschiedenen Stämmen und einigen Gruppen nomadisch lebender Jäger. Auch die ganze Vielfalt im Artenspektrum des Nationalparks ist noch lange nicht vollständig bekannt. Immer wieder stoßen die Forscher auf bislang noch nie beschriebene Tiere oder Pflanzen. So entdeckten von May und sein Kollege Alessandro Catenazzi erst vor kurzem nahe der Cocha Cashu Biological Station eine noch unbekannt Frosch-Art (Centrolene sabini). Es ist die vermutlich 7.000 Froschart des Globus.


pit

 

 

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