Auch Meister Petz kehrt nach Deutschland heim

Foto: Pixabay CC/PublicDomain/Skeeze

Erst die Wölfe, jetzt die Bären: Laut einer neuen Studie von Wissenschaftlern am Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) und der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) könnten sich in vielen Regionen - auch in Deutschland - bald wieder Bären wohlfühlen. Die Forscher erkennen "große Chance für europäische Braunbären".

Noch ist's Zukunftsmusik. Vor 500 Jahren nämlich gab es noch fast überall in Europa Braunbären. Doch in den folgenden Jahrhunderten wurden die Tiere vielerorts ausgerottet - auch in Deutschland. Gründe für den Rückgang der Bären waren der Verlust an Lebensraum und die Jagd. Heute leben noch 10 Populationen mit rund 17.000 Tiere in 22 europäischen Staaten auf dem Kontinent, verteilt auf zehn Populationen und 22 Staaten. "Einige dieser Populationen sind aufgrund ihrer vergleichsweise geringen Größe gefährdet", begründen die Wissenschaftler ihre .

 

Forscher zeigen: Auch Bären wandern vermutlich wieder ein in Deutschland

 

In den vergangenen Jahren wurde die Jagd auf Braunbären in Europa verboten oder stark eingeschränkt. Künftig könnten sich Bären wieder ausbreiten. Denn eine neue Studie zeigt: Es gibt noch viele Gebiete in Europa, in denen es derzeit zwar keine Bären gibt, die sich aber grundsätzlich als Lebensraum für Bären eignen würden. Von über einer Million Quadratkilometern geeignetem Lebensraum in Europa sind rund 37 Prozent nicht besiedelt, was einer Fläche von rund 380.000 Quadratkilometern entspricht.

In Deutschland gibt es 16.000 Quadratkilometer potentiellen Bären-Lebensraum. Allerdings sind die Wahrscheinlichkeiten einer Wiederbesiedlung durch den Bären sehr unterschiedlich. In Deutschland zum Beispiel sind geeignete Lebensräume außerhalb der Alpen geografisch isoliert, so dass dort eine natürliche Rückkehr des Bären unwahrscheinlich ist.

 

 

Wilde Nachbarn: unter Beobachtung

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„Dass es noch geeigneten Lebensraum für Braunbären gibt, ist eine große Chance für den Artenschutz“, sagt Studienleiter Néstor Fernández vom Forschungszentrum iDiv und der Universität Halle.

Bereits heute beobachten Wissenschaftler, dass sich rund 70 Prozent der Populationen in Europa erholen, und es ist anzunehmen, dass Bären in noch unbesetzte Gebiete einwandern werden. „Auch in Deutschland ist es sehr wahrscheinlich, dass einige Gebiete früher oder später wieder von Braunbären besiedelt werden, vor allem in der Alpenregion“, so Fernández. Es besteht also begründete Hoffnung, dass Bären 200 Jahre nach ihrer Ausrottung in Deutschland wieder heimisch werden.

Gute Nachrichten? „In den vergangenen Jahren hat sich die Einstellung der Bevölkerung gegenüber Wildtieren sehr gewandelt. Heute stehen viele Menschen der Rückkehr großer Säugetiere positiv gegenüber“, sagt Fernández. Dass die Einwanderung von Bären dennoch auch zu Konflikten mit menschlichen Aktivitäten führen kann, sei eine Tatsache, die es frühzeitig zu bedenken gebe.

Solche Konflikte entstehen vor allem dann, wenn Bären Feldfrüchte fressen oder Bienenstöcke beschädigen, gelegentlich reißen sie auch Schafe.

Angst bruche dennoch kaum jemand zu haben. Der Wissenschaftler betont: Direkte Angriffe von Bären auf Menschen passieren hingegen äußerst selten. Die Bären selbst gehen Menschen gewöhnlich aus dem Weg.

 

Hier könnten bald wieder Bären immdeutschen Wald leben

 

Mit der Karte, die Fernández und seine Kollegin Anne Scharf vom Max-Planck-Institut für Ornithologie erstellt haben, lässt sich abschätzen, in welchen Gebieten Bären wieder leben könnten. Sie zeigt für ganz Europa mögliche weitere Lebensräume für Bären. Ein Blick auf diese Karte macht deutlich: Bären halten sich nicht an Staatsgrenzen. „Daher wäre ein gemeinsames Management des Braunbären sowie anderer Wildtiere auf europäischer Ebene wünschenswert“, sagt Fernández.


red

 

 

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