Bäume auf der Flucht vor dem Klimawandel

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Bäume auf der Flucht! Auch wenn Menschen denken, dass Bäume fest an ihrem Standort im Boden verwurzelt sind, stellen US-Wissenschaftler doch fest: Immer mehr Bäume wandern westwärts. Sie fliehen vor dem wärmer werdenden Klima quer durch die USA.

Seit 1980 registriert der Forstbiologe Songlin Fei von der Purdue University immer mehr Arten, die - wie einst die Pilgerväter - zum großen Treck nach Westen aufbrechen. In seiner aktuellen im US-Wissenschaftsblatt Science Advances veröffentlichten Studie zieht er das Fazit: "Drei Vietel aller Arten der östlichen Wälder - etwa Eichen, Ahorn oder Stechpalmen - verlagern ihre Population immer weiter gen Westen."

Songlin Fei stellt auch eine Wanderbewegung von Süden Richtung Norden fest: Diesen Weg nimmt über die Hälfte aller Baumarten.

 

Bäume breiten sich in Regionen mit angenehmerem Klima aus

 

Für den Wissenschaftler ist das Ergebnis seiner Untersuchungen keine allzu dicke Überraschung. Auch aus anderen Teilen der Erde sind solche Phänomene bekannt. Auch dort wandern an die Wärme angepasste Tier- und Pflanzenarten als eine Folge des Klimawandels entweder in höhere Regionen oder in Richtung zu den Polen - weil dort inzwischen jeweils angenehmere Temperaturen ein Überleben ermöglichen.

Manchmal auch verändern sich die Arten, die am Standort bleiben, um sich der neuen Situation anzupassen.

Fei kann jetzt nachweisen, dass unterschiedliche Baumarten dabei unterschiedliche Wege gehen. Arten mit breiteren Blättern, so erkannte er, wandern vor allem westwärts und nutzen dabei die feuchte, nebelreichere Luft aus. Immergrüne Nadelhölzer bevorzugen die Wanderrichtung gen Norden.

Die Wissenschaftler erklären die "Wanderungen" der Bäume auch mit - durch den Klimawandel - veränderten Niederschlägen. Die verbessern die Wachstumschancen in den weiter westlich gelegenen Regionen der USA für die Baumarten, während der Rückgang der Niederschlagsmengen im Südosten, dort für schlechtere Bedingungen für die Bäume sorge. So werden etwa die heute recht trockenen Prärien seit jahrzehnten immer feuchter und grüner.


pit

 

 

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