Bauern vergiften Bienen: Greenpeace deckt auf

Bienen im Flug Foto: Wikimedia cc/GLU 1.2/Waugsberg

Tod durch Pflanzenschutzmittel. Ein neu erschienener Report von Greenpeace deckt nun auf: Pestizidverbot der EU ist bei Weitem nicht ausreichend. Der Einsatz von chemischen Pestiziden und Düngemittel in der Landwirtschaft ist gang und gebe. Ziel der großen Konzerne ist es meistens möglichst schnell, möglichst viel Gewinn zu machen. Die Langzeitfolgen für Mensch und Tier werden dabei einfach ignoriert.

 

Es ist wieder Frühling. Die Sonne scheint und die Natur erwacht zum Leben. Die ersten Blumen blühen und locken das für uns Menschen, nach Schwein und Rind, drittwichtigste Nutztier aus seinem Bau. Es geht um die wichtigsten Helferin der Landwirtschaft, die Biene.

Sie bestäuben Blütenpflanzen und sorgen so für deren Verbreitung und Fortpflanzung. Bienen sind deshalb so wertvoll, weil wir diese Arbeit nicht machen können.

Die Wirtschaftsleistung der Bienen für die industrialisierte Agrarwirtschaft beträgt für die USA etwa 153 Milliarden Euro. In Deutschland erreicht der Nutzwert der Tiere etwa vier Milliarden Euro. Dieser Wert ergibt sich aus der Bestäubung der 100 wichtigsten Kulturpflanzen, zu denen Raps, Mais, Soja und viele weitere gehören. Gerade diese wichtigen Tiere sind von den rücksichtslosen Chemikalieneinsätzen der Landwirtschaftler besonders betroffen.

 

Pestizide machen Bienen krank

 

Der BUND berichtet, dass Anfang 2008 am Oberrhein mehrere zehntausend Bienenvölker nach der Anwendung eines Insektizides der Firma Bayer starben. Das Gift ist durch den Wind verbreitet worden und gelangte so zu den Tieren.

Naturschutzverbänden und Imkern erreichten durch ihr drängen im April 2013 ein EU-weites Verbot bestimmter Chemikalien in der Landwirtschaft. Jedoch mit Ausnahmen und nur für 2 Jahre gültig.

Greenpeace zeigt nun in seinem Report „The Bees’ Burden“ auf, dass dieses Verbot nicht ausreichend ist. Untersucht wurden mehr als 100 Proben von Bienenpollen aus insgesamt 12 europäischen Ländern in der Saison 2013, von März bis September. Greenpeace zeigt, dass die Bienen einem breiten Spektrum von Chemikalien ausgesetzt sind. Viele dieser Pestizide erhöhen nachweislich die Anfälligkeit der Bienen für Parasiten und Krankheiten. Die momentane gesetzliche Regelung ist zwar bereits ein Schritt in die richtige Richtung, reicht aber noch lange nicht aus, um die Bestäuber ausreichend zu schützen. Zu schnell bringen die großen Konzerne neu entwickelte Mittel auf den Markt, ohne die Folgen und die gesamte Wirkungsbreite zu kennen.

„Die finanziellen Mittel für Forschung und Entwicklung von ökologischen Anbaumethoden sollten stark erhöht werden, um die Abhängigkeit von chemischer Schädlingsbekämpfung zu beenden.“, fordert Greenpeace. Zudem muss der Einsatz der synthetischen Mittel gesetzlich deutlich stärker geregelt und überwacht werden, um weiteres Sterben zu verhindern.OEF

 

 

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