Streusalzverzicht für Bäume und Grundwasser

Foto: Rainer Sturm/pixelio.de

Streusalz - seit vielen Jahrzehnten schon wird Salz dazu verwendet, Wege und Straßen nach dem Räumen mit der Schneeschaufel von überschüssigem Eis und Schnee zu befreien, und somit für einen Schutz vor Glätte zu sorgen. Doch erst vor relativ kurzer Zeit, hat sich die Einstellung zum Streusalz grundlegend geändert. Es schädigt nämlich die Umwelt und gelangt auf diesem Weg auch ins Grundwasser.

Gerade Privatpersonen verfolgen daher beim Schneeräumen die Absicht, sich vom Streusalz zu verabschieden und alternative Wege zu gehen. Doch welche Mittel eignen sich als Ersatz und müssen Sie auch hier darauf achten, dass sie die Umwelt nicht schädigen?

 

Ein Weg aus Sand

 

Eine Alternative, welche sich immer schon parallel zum Streusalz gehalten hat, ist Sand. Feiner Kies wird dabei auf die Wege gestreut, um diese vor Eis zu schützen und das Rutschen zu verhindern. Der Vorteil liegt hier natürlich klar auf der Hand. Der Sand ist erstens absolut umweltverträglich und schadet weder der Tier- noch der Pflanzenwelt.

 

Auch das Grundwasser wird von ihm nicht belastet. Allerdings hat Sand im Vergleich zu Salz keine auflösende Wirkung - das Eis oder der Schnee schmilzt also nicht. Fällt neuer Schnee, so muss dann auch umgehend nach gestreut werden. Ein Vorteil ist allerdings, dass der Sand mit dem Einsetzen des Tauwetters in der Regel weggeschwemmt wird. Sollten dennoch Reste übrig bleiben, können Sie diese in die Fugen des Gehweges kehren.

 

Split oder Granulat

 

Split ist wesentlich grober als Sand, denn dabei handelt es sich um kleine scharfkantige Steine - eben jenes Material, dass auch im Straßenbau Verwendung findet. Der Effekt kann nicht geleugnet werden, denn durch die scharfen Kanten, verhaken sich die Steine im Eis oder im Schnee, und verhindern somit das Rutschen. Zudem sind sie günstig im Baumarkt - sackweise - zu haben.

 

Doch auch hier gibt es Probleme. Zwar schädigen diese Steine nicht die Umwelt, allerdings können sie bei Tieren zu Verletzungen an den empfindlichen Pfoten führen. Auch Autofahrer zeigen sich hier auf öffentlichen Straßen besorgt - Steinschlag und ein Riss in der Scheibe, kommen immer wieder vor. Ein Vorteil ist, dass das Material zum Schneeräumen im nächsten Jahr vollständig wieder verwendet werden kann. Auf einem privaten Gelände lohnt sich dies, denn hier müssen Sie die Steine beim Räumen mit der Schneeschaufel quasi nur zusammengefegten. Berücksichtigen Sie dazu bestenfalls den Ratgeber zu Schneeschaufeln und Schneeschiebern. Wenn Sie das beim Schneeräumen eingesetzte Granulat nicht mehr brauchen, können Sie dieses noch für weitere Baumaßnahmen nutzen oder es aber einfach dem Restmüll zuführen.

 

Ähnlich Effektiv wie Split ist Granulat. Allerdings sind die Kanten hier nicht so scharf, wie dies beim Split der Fall ist. Somit ist auch die Verletzungsgefahr für Tiere geringer. Auch das Granulat können Sie später einfach zusammengefegten. Allerdings sollten Sie auch hier beachten, dass es bei Autoscheiben zu Kratzern oder Rissen kommen kann. Durch die rundlichere Form muss auch öfter nach gestreut werden. Zudem sind die feinen Steine in der Anschaffung etwas teurer - allerdings immer noch besser, als auf Streusalz zurückzugreifen.

 

Der Trick mit der Asche

 

Wenn Sie über einen eigenen Kamin verfügen oder aber ihr Haus mit Holz oder Kohle beheizen, fällt vermutlich eine Menge Asche an. Diese können Sie ebenfalls zum Streuen der Wege benutzen. Die Erkenntnis ist nicht neu - schon vor Jahrhunderten wurde dieses Mittel angewandt, denn damals war Salz teuer und feinen Split gab es noch lange nicht. Die Asche legt sich wie eine dünne Schicht auf die Oberfläche des Schnees und verhindert somit effektiv das Rutschen. Doch sollten Sie hier im Vorfeld überlegen, was Sie verbrannt haben. Kohle eignet sich daher weniger dazu, die Wege zu streuen, denn in ihr sind Schadstoffe enthalten, die später mit dem Tauwetter in Grundwasser gelangen können. Asche aus reinen Holz hingegen, ist absolut unbedenklich, sodass Sie diese problemlos verwenden können. Sie sollten allerdings bedenken, dass die Asche sehr fein ist und sich somit sehr schnell in den Schnee eindrückt. Damit geht ihre Antirutschwirkung auch schnell wieder verloren.

 

Sägespäne

 

Wenn Sie Ihr Haus mit Holz beheizen und sie dieses auch noch selbst sägen, so fallen auch Sägespäne an. Es kann sich lohnen, diese zu sammeln, denn auch sie haben eine Antirutschwirkung auf vereisten Wegen. Ihre ökologische Unbedenklichkeit steht absolut außer Frage, denn ist das Eiswetter vorbei, so können Sie die Späne einfach auf den Kompost schaffen.

 

Allerdings sollten die Späne sehr fein sein, denn zu grobes Material bietet keinen Halt, sondern rutscht selbst auf dem Eis davon. Sollten Sie keinen Ofen zu Hause haben, lassen sich die Späne zudem schwer beschaffen, denn im Baumarkt bekommt man sie entweder nur in grober Ausführung oder aber gar nicht.

 

Bildmaterial: © Rainer Sturm - pixelio.de


02.10.2015 09:40
Martin R.

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