Aralsee: Umweltkatastrophe durch Gigantomanie

Wohin entwickelt sich der Aralsee?

Eine unter Josef Stalin von den Sowjets begonnene gigantische Expansion der Baumwollindustrie führte zum fast vollständigen Austrocknen des einst riesigen Aralsees an der Grenze zwischen Kasachstan und Usbekistan. Heute ist der See auf zehn Prozent seiner ursprünglichen Größe geschrumpft, und jeder denkt, der Baumwollanbau sei verantwortlich für diese Umweltkatastrophe. Richtig ist: Die Gigantomanie einer Diktatur und Schlampereien beim Bau der Kanäle haben sie ausgelöst.

Eine unter Josef Stalin von den Sowjets begonnene gigantische Expansion der Baumwollindustrie führte zum fast vollständigen Austrocknen des einst riesigen Aralsees an der Grenze zwischen Kasachstan und Usbekistan. Natürliche Niederschläge und die verbleibenden Zuflussmengen aus Amu-Darja und Syr-Darja konnten die zur Bewässerung der Baumwoll- und Reisfelder entnommenen Wassermengen nicht ausgleichen. Heute ist der See auf 10 Prozent seiner ursprünglichen Größe geschrumpft, und jeder denkt, der Baumwollanbau sei verantwortlich für diese Umweltkatastrophe. Richtig ist: Die Gigantomanie einer Diktatur und Schlampereien beim Bau der Kanäle haben sie ausgelöst. Den Imageschaden aber hat wieder die Baumwolle.

 

Der Raubbau begann Mitte des 18. Jahrhunderts und erreichte 1953 seinen Höhpunkt: Für seine „Neulankampagne“ ließ Nikita Chruschtschow gigantische Steppenflächen durch Bewässerungskanäle für den Reis- und Gersteanbau nutzbar machen, die aus dem Aralsee gespeist wurden. Die bewässerte Fläche stieg von knapp fünf auf acht Mio. Hektar, Baumwolle wurde auf drei Mio. Hektar angebaut. Dieser Irrsinn dauerte noch bis 1990.

 

Immer wieder entsteht durch die mediale Berichterstattung beim Verbraucher das Bild von der „umweltschädlichen“ Baumwolle, gemeint ist aber eigentlich der ausbeuterische Umgang mit ihr. Das gilt für einstürzende Fabrikgebäude, in denen Näherinnen zu Tode kommen, ebenso wie für indische Bauern, die sich wegen der finanziellen Abhängigkeit von Saatgut- und Kunstdünger-Lieferanten das Leben nehmen. Stellvertretend für all das steht die Baumwolle, aber sie ist nicht die Ursache!

 

Es ist wichtig, das richtigzustellen! Baumwolle ist eine uralte Naturfaser. Sie ist hautfreundlich, pflegeleicht, atmungsaktiv, strapazierfähig, reißfest und widerstandsfähig, kann große Mengen Schweiß aufnehmen und lässt sich durch heißes Waschen problemlos reinigen. Die Pflanze ist genügsam und unempfindlich, viel Wasser braucht sie nur während ihres Wachstums, danach fast keines mehr. Diese Eigenschaften machen sie eigentlich zu etwas sehr Besonderem, entsprechend hoch ist die Nachfrage. Aber um den Preis gegenüber der Kunstfaser Polyester niedrig zu halten, und um die schnelldrehenden Kollektionen der großen Modelabels zu bedienen, wurde Baumwolle zu einem Industrieprodukt, das auch in Regionen angebaut wird, die klimatisch ungeeignet sind – mit den bekannten Folgen für Mensch und Umwelt.

 

Man kann Baumwolle – wie Cotone – auch ökologisch dort anbauen, wo die klimatischen Bedingungen günstig sind. Kunstdünger, Pestizide und Entlaubungsmittel sind tabu, man braucht sie auch nicht. Im Gegenteil: Sie würden das in der Balance gehaltene ökologische Gleichgewicht zerstören.

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29.03.2016 14:58
Cotonea

hannelore.ohle@indivisio-pr.de