Naturtourismus im Nationalpark

Foto: Wikimedia CC 3.0/Unukorno

Die deutschen Nationalparke zwischen dem Schleswig-Holsteinischen Wattenmeer und Berchtesgaden stellen wichtige Destinationen auf dem deutschen Naturtourismusmarkt dar. Die 15 Nationalparke, die vor 2015 in Deutschland ausgewiesen wurden, zählen durchschnittlich rund 53 Millionen Besuchstage pro Jahr. In der Summe bewirken diese Besuchstage in den deutschen Nationalparken einen Bruttoumsatz von 2,78 Milliarden Euro.

Von dem hieraus entstehenden Einkommen (Einkommensäquivalent) können mehr als 85.000 Menschen im Umfeld der Nationalparke leben. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie der Universität Würzburg, die jetzt veröffentlicht wurde.

Gefördert wurde die Studie vom Bundesamt für Natur-schutz (BfN) mit Mitteln des Bundesumweltministeriums.

„Nationalparke leisten neben ihrer hauptsächlichen Funktion im Bereich Naturschutz, nämlich große Räume für eine freie Entwicklung der Natur zu schaffen, einen wesentlichen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung einer Region“, sagte BfN-Präsidentin Prof. Dr. Beate Jessel. „Daten zur wirtschaftlichen Bedeutung des Naturtourismus in Nationalparken sind eine gute Grundlage für eine verstärkte Kooperation und weitere Inwertsetzung und zeigen bislang ungenutzte Potenziale auf. Dabei geht es jedoch nicht darum, immer mehr Gäste haben zu wollen. Es kommt vielmehr darauf an, das hohe Qualitätsversprechen, das von der Marke ‚Nationalpark‘ ausgeht, auch touristisch entsprechend auszufüllen.“

 

Naturtourismus: Schutz der Nationalparke ist Gästen bekannt

 

Die Studie gibt Auskunft über die Gästestrukturen, die ausgeübten Aktivitäten, das Ausgabeverhalten, die Wahl des Verkehrsmittels bei der Anreise in die betreffende Region und die Motivation der Besucher und Besucherinnen der Nationalparke Deutschlands. Gut zwei Drittel der Gäste wissen laut der Ergebnisse grundsätzlich über den Schutzstatus „Nationalpark“ Bescheid. Der Status als Nationalpark ist im Durchschnitt für rund 28 Prozent der Gäste ein wichtiger Grund für den Aufenthalt in der Region. Die Spitzenwerte werden dabei vom Müritz Nationalpark (47,7 Prozent) und dem ältesten Nationalpark Deutschlands, dem Bayerischen Wald (45,8 Prozent) belegt.

„Die Ergebnisse helfen dabei, die oftmals emotional geführte Debatte um Kosten und Nutzen der Nationalparke mit wissenschaftlich fundierten Ergebnissen zu versachlichen“, erklärte die BfN-Präsidentin.

Die Studie ist unter dem Titel „Regionalwirtschaftliche Effekte durch Naturtourismus“ in den BfN-Skripten (Heft 431) erschienen (ISBN 978-3-89624-167-2).

 

Bundesamt für Naturschutz, Presse

 


20.04.2016 11:43
Bundesamt für Naturschutz