Wir wollen Biodiversität und nicht BiodiversiTOT!

In Bayern läuft seit dem 18. Mai 2018 ein Volksbegehren für die Biodiversität.

Nach einem erfolgreichen Start mit der Unterstützung von verschiedenen Organisationen (u.a. SlowFood München, Omnibus für direkte Demokratie) und Unternehmern (u.a. VollCorner, Hermannsdorfer Werkstätten), Parteien (Bündnis90 Die Grünen, Die Linke), nach einer spannenden Standbesetzung auf dem Sommer-Tollwood, wo viel Zuspruch für die Aktion zu hören war (auch aus anderen Bundesländern und Ländern, die Bayern beneideten dafür) und einen regen Austausch stattfand, geht die Unterschriftensammlung in den Endspurt: Das Volksbegehren tourt aktuell durch Bayern.

 

Verschiedene, engagierte Wissenschaftler wie z.B. Dr. Andreas Segerer, Dr. Michael Schrödl oder Experte, wie die Imkerin Kristin Mansmann, der Biobauer Amadé Billesberger, finden sich in den sechs Forderungen wieder, die sich die Ödp auf die Fahne geschrieben hat. Nach dem Motto „Artenvielfalt“ erhalten, stehen neben „Biotopverbund“,„Nachhaltige Ausbildung“, „Mehr Transparenz“, „Mehr öko, mehr bio“, „Mehr Blühwiesen“ und – last but not least: „Weniger Pestizide“. All diese Punkte scheinen unter der Bevölkerung als Konsens weit verbreitet zu sein: Spätestens mit den Medienberichten über das Artensterben, das Verschwinden der Bienen – und den allgemein auffälligen Rückgang der Insekten und der Vögel, das Hofsterben, sind die Menschen für das Thema sensibilisiert. Dass Biodiversität auch Schönheit bewahren heißt, ist ihnen völlig bewusst: Eine blühende Pracht gefällt ihnen tausendmal besser als eine Betonwüste, darüber sind sie sich auch einig.

Viele Menschen tun schon etwas vor ihrer eigenen Tür, ob in ihrem Garten oder in ihrem Schrebergarten. Sie verzichten auf das Spritzen, pflanzen Bienen- und Hummelnahrung und erfreuen sich über das lebendige Summen. Sie lassen ein Teil verwildern, damit Vögel bei ihnen ein Refugium finden, wo sie genügend Nahrung entdecken können. Sie halten selber Bienen, sie kaufen regional und saisonal. Sie beteiligen sich an die SoLaWi (Solidarische Landwirtschaft) und lehnen die Weltagrarmärkte und ihre Gnadenlosigkeit kategorisch ab.

 

AbL-Bayern (Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft) hat eine Aktion parallel zum Volksbegehren gestartet und 2.000 Postkarten mit Forderungen an die bayerische Staatsministerin Frau Kaniber gesammelt: Sie verlangt eine echte Reform der europäischen Agrarpolitik. Die DLG hat ebenfalls die Herausforderung für die zukünftige Landwirtschaft erkannt und ein Merkblatt herausgegeben, um die Artenvielfalt und die Biodiversität im Ackerbau zu stärken. Ende 2017 zeigte eine Studie, wie Bio – unter gewisse Bedingungen – die Welt ernähren kann.

 

www.nature.com/articles/s41467-017-01410-w

 

Es ist also an der Zeit, den Kurs zu ändern, damit kleinbäuerliche Strukturen am Leben erhalten bleiben, Landwirte von ihrer Arbeit leben können, indem sie fairer bezahlt werden und ihren wesentlichen Anteil an unserer Ernährung honoriert wird. Ohne Lebensmittel können wir nichts leisten! Die Probleme fangen schon in unseren Tellern an. Ohne die Vielfalt der Biodiversität, von der wir leben und schöpfen, haben wir selber keine Überlebenschancen.

 

Packen wir’s an und geben wir dem Volksbegehren unsere Stimme!

 

volksbegehren-artenvielfalt.de

 


06.09.2018 13:43
Volksbeghren für Artenvielfalt

L.Wuillemin@merkwelt.de