Deutsche Lebensmittel wenig mit Pestizid belastet

Foto: Wikimedia CC/Deutsche Fotothek

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) bricht eine Lanze für deutsche Bauern: „Die Belastung von Lebensmitteln mit Pflanzenschutzmittelrückständen bleibt auf einem niedrigen Niveau.“

Wer beim Einkauf aufpasst, woher seine Lebensmittel stammen, darf beruhigt zubeißen. „Guten Appetit“ wünschen die Überwacher bei im Inland produzierter Nahrung: „Nur bei 1,1 Prozent der in Deutschland produzierten Erzeugnisse ist im Jahr 2013 eine Überschreitung der jeweiligen Rückstandshöchstgehalte festgestellt worden. Deutlich höher ist nach wie vor die Belastung bei von außerhalb der EU importierter Ware (6,5 Prozent).“

 

Seit Jahren finden Kontrolleure wenig Pestizid-Rückstände

 

Auch in der Zeitreihe lesen sich die Rückstandsmengen eher beruhigend. „2009 – 1,6 Prozent, 2010 – 1,0 Prozent, 2011 – 1,4 Prozent, 2012 – 1,6 Prozent und 2013 – 1,1 Prozent. Ware aus anderen EU-Staaten war ähnlich gering belastet. Hier wurden im Jahr 2013 in 0,9 Prozent der untersuchten Proben Überschreitungen des Rückstandshöchstgehaltes gemessen“, schreiben die Mitarbeiter des Amts jetzt in einer aktuellen Pressemeldung.

Etwa 0,5 Prozent der genommenen Proben aus Deutschland und anderen Mitgliedstaaten der EU wurden im Jahr 2013 beanstandet.

 

Lebensmittelkontrolle: erschwert durch Vielzahl von Wirkstoffen

 

Anders sehe es bei importierten Erzeugnissen aus Drittstaaten aus. Die Kontrolleure fanden etwa sechs- bis siebenmal so viele Überschreitungen der erlaubten Rückstandsmengen. „Die meisten Lebensmittel aus Drittstatten sind aber nicht per se schlechter“, sagt BVL-Präsident Helmut Tschiersky. „Bei einigen wenigen Produkten wie schwarzem oder grünem Tee, Maracuja und frischen Kräutern müssen wir leider immer noch 20 Prozent und mehr Rückstands-Höchstgehaltsüberschreitungen feststellen, während viele andere importierte Lebensmittel wie Birnen, Kartoffeln, Rosinen, Kiwi, Melonen und alle untersuchten tierischen Lebensmittel keinerlei Überschreitungen aufweisen.“

Eine differenzierte Sichtweise sei, so das Amt, nicht nur in Bezug auf die Lebensmittelgruppe und die Herkunft der Erzeugnisse, sondern auch die Pflanzenschutzmittelwirkstoffe nötig. Mit immer sensibler werdender Analytik untersuchten dessen Mitarbeiter im Jahr 2013 Proben auf insgesamt 833 Wirkstoffe. Fazit: „Beanstandungen von Lebensmitteln durch die zuständigen Überwachungsbehörden aufgrund von Rückstandshöchstgehaltsüberschreitungen wurden aber nur bei 91 Wirkstoffen (10,9 Prozent) ausgesprochen. Fast 90 Prozent aller Wirkstoffe sind also nicht auffällig.


red

 

 

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