Deutsche Umweltverbände unterstützen Papst

Foto: Pixabay CC/PublicDomain/12019

Deutsche Umweltschützer besichen den Papst: Das Treffen fand im Rahmen einer Generalaudienz und der Teilnahme an der Vatikan-Konferenz „Radical ecological conversation after Laudato Si“ in Rom statt.

Dabei übergeben Vertreterinnen und Vertreter der deutschen Umweltbewegung Papst Franziskus das Diskussionspapier „Verantwortung im Zeitalter des Menschen“ zur päpstlichen Umwelt-Enzyklika „Laudato Si“.

Mit dabei in Rom waren Kai Niebert, Präsident des Deutschen Naturschutzrings (DNR), Hubert Weiger, Vorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Michael Müller, Vorsitzender der NaturFreunde Deutschlands und Ex-Umweltstaatssekretär, Bärbel Höhn, Ex-Bundestagsabgeordnete (Bündnis 90/Die Grünen) und ehemals NRW-Umweltministerin sowie Josef Göppel, ehemaliger CSU-Bundestagsabgeordneter und Vorsitzender des Deutschen Verbands für Landschaftspflege (DVL). Alle durch sie vertretenen Institutionen, unterstützen die Bemühungen des katholischen Kirchenoberhaupts hin zu einer „Humanökologie“, die eine ganzheitliche und nachhaltige Entwicklung möglich macht.

 

Lüge von der unbegrenzten Verfügbarkeit der natürlichen Güter

 

„Der Glyphosatskandal, die Dieselaffäre und der sich verstärkende Klimawandel zeigen, dass unsere Form Wohlstand auf Kosten von Mensch und Natur zu produzieren nicht zukunftsfähig ist. Wir sehen die dringende Notwendigkeit, in einem breiten, internationalen Dialog endlich zu einem Umsteuern zu kommen. Dass die katholische Kirche sich in der Enzyklika des Papstes in diesen Punkten so eindeutig für Leben und Umwelt positioniert, ist ein wichtiges Signal“, sagt DNR-Präsident Niebert. „Seitens der deutschen Umweltbewegung freuen wir uns sehr, mit Papst Franziskus gemeinsam nach Lösungen zu suchen."

 

Franziskus Foto: Wikimedia CC 2.0/Casarosada

Die päpstliche Enzyklika knüpft an den Sonnengesang des Franz von Assisi aus dem Jahr 1225 an. Sie widerspricht der Lüge von der unbegrenzten Verfügbarkeit der natürlichen Güter der Erde und will die Menschen in dem Ziel vereinen, radikal umzusteuern. In der Lehrschrift heißt es: „Infolge einer rücksichtslosen Ausbeutung der Natur läuft der Mensch Gefahr, sie zu zerstören und selbst zum Opfer dieser Zerstörung zu werden.“

In diesem Zusammenhang hebt Hubert Weiger, BUND-Vorsitzender hervor: „Von Seiten der Umweltbewegung begrüßen wir diese klare und deutliche Positionierung. Zu Recht kritisiert Papst Franziskus den ‚Anthropozentrismus‘, der immer mehr auf ein technisch-ökonomisches Wachstumsparadigma verengt wird. Eine ökologische Selbstvernichtung wird auch vor dem Hintergrund des aktuellen Artensterbens immer realistischer.“

Das umweltpolitische Diskussionspapier der deutschen Verbände regt anhand von konkreten Punkten an, die päpstlich angestoßene Debatte fortzuführen. In einem ersten Ansatzpunkt widmen sich die Autoren der Gegenwart, in der der Mensch inzwischen zur stärksten geologischen Kraft im planetaren Maßstab geworden ist – dem sogenannten Anthropozän.

Des Weiteren äußern sich die Umweltvertreter zu dem Prinzip Verantwortung. Das Wichtigste aus Sicht der Autoren ist, dass die großen Zukunftsfragen in der Gesellschaft und in der Politik endlich ernsthaft diskutiert werden. Die Vertreter fast aller Parteien sprächen zwar sorgenvoll über Zukunftsaufgaben, doch ihre Lösungsansätze blieben an technisch-ökonomische Zwänge gebunden. Die Gestaltung der sozial-ökologischen Transformation werde als Ziel aus den Augen verloren.

Deshalb wollen die Vertreter der deutschen Umweltbewegung Papst Franziskus bei der Umsetzung der Enzyklika „Laudato Si“ unterstützen, in Deutschland die Debatte konsequent vorantreiben und den Weg hin zu einer solchen Transformation beschreiten.


red

 

 

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