Deutschland: Nachhaltigkeit mit „Luft nach oben“

Nachhaltigkeit: Deutschland hat Nachholbedarf Foto: ap/Paul Hakimate

Deutschland will Vorbild in Sachen Nachhaltigkeit werden und sein. Jetzt kritisiert ausgerechnet jenes Gremium, das die Regierung dabei unterstützt, „schwere Umsetzungsprobleme“. Der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) mahnt den „politischen Willen für mehr Nachhaltigkeitspolitik“ an.

„Die selbst gesteckten Ziele scheinen unerreichbar“, kommentieren die Mitglieder des Beratergremiums für die Politiker in einer aktuellen Stellungnahme. Von den 38 Messgrößen würden, sagt der RNE „16 klar gerissen, weitere 6 zeigen schwere Umsetzungsprobleme“.

 

Ernüchternde Bilanz deutscher Nachhaltigkeits-Politik

 

Logo: RNE

Deutschland besitze mit der Nachhaltigkeitsstrategie und dem darin integrierten Monitoring ein Instrument, um Fortschritte auf dem Weg zu nachhaltiger Entwicklung durch das Statistische Bundesamt aussagekräftig zu messen. Den Output bezeichnet der Nachhaltigkeitsrat dennoch als „bitter“. Wörtlich bilanziert der Rat die Nachhaltigkeitspolitik: „Geht es so weiter, dann sterben zum Beispiel hierzulande immer mehr Tier- und Pflanzenarten aus, wird weiter viel zu viel Fläche zugebaut, werden reibhausgasemissionen nicht in ausreichendem Maße begrenzt oder Zukunftsinvestitionen auf die lange Bank geschoben.“ Ratschefin Marlehn Thieme: „Wir kriegen haarklein vorgerechnet, dass wir die Probleme noch nicht energisch genug angehen. Wissen allein reicht nicht, wir müssen jetzt entschlossen handeln!“

 

Ansätze, wie Nachhaltigkeit in Deutschland gelingen kann

 

Die Experten des RNE belassen es nicht bei der Kritik der Politik. Sie zeigen Lösungen auf: „Mehr Kohärenz in der Arbeit der Bundesressorts lasse sich dadurch erzielen, dass immanente Konflikte zwischen den unterschiedlichen Nachhaltigkeitszielen transparent gemacht und wo möglich gelöst werden.

Auch die Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern berge großes Potenzial zur Optimierung. Oder ganz konkret: Unternehmen mit Bundesbeteiligung sollten dem Deutschen Nachhaltigkeitskodex entsprechen und der Öffentlichkeit gegenüber Rechenschaft ablegen über ihr Wirtschaften, den Umwelt- und Ressourcenverbrauch sowie ihren Umgang mit Mitarbeitern und Zulieferern.“


red

 

 

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