Deutschland verbraucht im Jahr 2,5 Erden

Foto:NASA

Am 22.August 2012 war Welterschöpfungstag. Die globale Biokapazität ist seit gestern über dem Limit. Damit hat die Menschheit die natürlichen Ressourcen eines ganzen Jahres bereits vier Monate zu früh aufgebraucht. Von nun an machen wir Schulden. Schulden die wir nicht zurückzahlen können, weil die Regenerationsfähigkeit des globalen Ökosystems für dieses Jahr bereits überschritten ist.

 

Ungezügelter Konsum

 

Bis Mitte der 1970er Jahre lebte die Menschheit mit der Welt mehr oder weniger im Gleichgewicht, Angebot und Nachfrage hielten sich die Waage. Seit diesem Zeitpunkt aber leben wir laut dem Global Footprint Network über unsere Verhältnisse. Lag der Welterschöpfungstag 1992 noch am 21. Oktober, war er letztes Jahr schon am 27. September. Dieses Jahr ist er demnach noch einmal um mehr als einen Monat nach vorne gesprungen. Schuld daran ist laut WWF vor allem die ständig wachsende Weltbevölkerung. Allerdings spielt auch der Lebensstil der Industrienationen eine ganz entscheidende Rolle. Während die Ausschlachtung der Ressourcen meist auf Kosten ärmere Entwicklungsländer geht, sind es die konsumhungrigen Erstwelt-Bürger, die die Erde in die ökologische Vorhölle treiben. „Die bittere Ironie ist, dass die ärmeren Länder am wenigsten für die Übernutzung des Planeten können, gleichzeitig aber am stärksten unter den Folgen leiden“, sagt Christoph Heinrich vom WWF. Ein einfaches Beispiel: Wollte man der gesamten Menschheit einen US-Amerikanischen Lebensstil ermöglichen, bräuchte man dafür die Ressourcen von über vier Erden. Für das gleiche Vorhaben auf indischem Niveau brächte man dagegen nur eine halbe Erde.

 

Die Erde im ökologischen Abseits

 

Um unseren Planeten auf lange Sicht vor dem Kollaps zu bewahren hilft laut WWF nur ein großflächiges Umdenken. Neben einer Veränderung unserer Konsumgewohnheiten fordert der Verband außerdem, den Anteil der alternativen Energien bis 2030 global auf 40% zu erhöhen und die Treibhausemissionen bis 2050 um 80 Prozent zu verringer. „Auch in den gemäßigten Breiten werden wir immer stärker von Naturkatastrophen heimgesucht. Wir sitzen im selben Boot und müssen uns der Herausforderung stellen“, schließt Heinrich.

 

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