Die EU und der Walkampf an der Adria

Foto: Gavin Parsons/Greenpeace

Wie aktuell das Thema Walfang weltweit ist, zeigt nicht zuletzt die Tatsache, dass Japan angekündigt hat, 2015-2016 in die Antarktis zurückkehren zu wollen. Diese ist eine Missachtung des erst im März 2014 vom Internationale Gerichtshof erlassen Verbots. Aber nicht nur Japan wird ein Thema bei dem Treffen der Mitglieder der Internationalen Walfangkommission (IWC ) vom 11. bis 18. September 2014 im slowenischen Portorož sein.

 

Zentrales Thema ist der Walfang Grönlands, der mittlerweile nicht mehr nur zur Versorgung der indigenen Bevölkerung dient, sondern kommerzielle Ausmaße angenommen hat: Bei der letzten Tagung der Kommission 2012 in Panama hatte Dänemark für Grönland versucht, erhöhte Fangquoten zu erreichen. Der Antrag war in einer spektakulären Abstimmung gescheitert, einen Kompromissvorschlag lehnte Dänemark damals ab. Grönland setzte daraufhin die Jagd ohne Genehmigung fort.

 

In diesem Jahr ist es Dänemark nun unter Androhung eines IWC-Austritts gelungen, EU Kommission und Mitgliedsländer zu einer 180 Grad Drehung zu zwingen. Die EU unterstützt nun genau die Quotenforderung, die sie 2012 noch abgelehnt hatte und setzt sich darüber hinaus für eine Aufweichung der strengen Regelungen des Subsistenzwalfangs ein.

 

„Dass es einem einzigen EU-Mitglied gelungen ist, die Gesamtheit der andern EU-Länder in die Knie zu zwingen, ist ein Armutszeugnis für die Union“, sagt Astrid Fuchs, Kampagnenleiterin bei WDC. „Die EU unterstützt damit eine neue Form des kommerziellen Walfangs und untergräbt so die Regelungen der IWC. Darüber hinaus spielt dies der japanischen Strategie, seinen Küstenwalfang als Quasi-Subsistenzfang zu verkaufen, direkt in die Hände“, so Fuchs weiter.

 

Zwei Walfang-Nationen fehlen diesmal gänzlich auf der Agenda: Island und Norwegen. Der ausufernde kommerzielle Walfang Islands hat in diesem Jahr schon 100 Finnwalen das Leben gekostet, insgesamt stehen 154 der bedrohten Tiere auf der Abschussliste. Norwegen hat für dieses Jahr eine Spitzenquote von 729 getöteten Zwergwalen verkündet.

 

Gegen den isländischen Walfgang macht Greenpeace gerade mobil. Unter dem Motto: Keine Geschäfte mit Walfängern markieren Greenpeace-Aktivisten vieler Orts Produkte der Deutsche See Fischmanufaktur. Diese bezieht Fisch von dem isländischen Unternehmen HB Grandi hf bezieht, das eng mit der aktiven Walfangindustrie Islands verbunden ist.

Weitere Infos beim WDC

 

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