Natur vergisst nicht: Exxon Valdez und die Folgen

Aufräumarbeiten nach dem Exxon Valdez Unglück Foto:Flickr cc Jim Brickett

Folgen einer Katastrophe: Das Tankerunglück der Exxon Valdez liegt nun 25 Jahre zurück, doch das Ökosystem des Prince William Sound in Alaska hat sich davon noch nicht erholt.

Vor 25 Jahren, am 24. März 1989, lief der US-Tanker Exxon Valdez vor der Küste Alaskas auf ein Riff. Dieses beschädigte die Schiffswand so schwer, dass etwa 40.000 Tonnen Rohöl ungehindert ins Meer des Prince William Sound flossen. Dabei verunreinigte das Öl über 2.000 Kilometer Küste und hunderttausende Tiere, wie Seevögel, Wale und Otter starben. Dies bedrohte auch die dort beheimateten Fischer in ihrer Existenz, als in Folge der Ölkatastrophe Milliarden Fischeier von Lachs und Hering verendeten. Eine genaue Auflistung der Schäden kann das Exxon Valdez Oil Spill Trustee Council geben, welches sich mit der Herstellung des beschädigten Ökosystems beschäftigt.

 

Tankerunglück: Schäden an Natur noch immer sichtbar

 

Ein Vierteljahrhundert später hat sich die Landschaft anscheinend von den Folgen erholt und auch die Seeotter sind wieder zurückgekehrt. Doch dieser erste Blick täuscht, denn unter der Oberfläche leidet der Sund heute noch an den Folgen der Ölkatastrophe. Diese kann man in dem 2010 erschienenen Bericht des Trustee Council nachlesen. Berichte der Umweltschutzorganisation Prince William Soundkeeper zeigen, dass Mitarbeiter auch 2014 noch Ölspuren im Sand und an der Küste Alaskas finden. Die dort beheimatete Tier- und Pflanzenwelt kämpft noch immer mit den Folgen der Katastrophe. Zu diesem Ergebnis kommt auch die National Oceanic and Atmospheric Administration. Zudem haben viele Fischer ihre Existenzgrundlage eingebüßt, da die Heringe seit dem Unglück nicht mehr in den Sund zurückgekehrt sind.

 

Der Oil Pollution Act soll weitere Tankerunglücke verhindern

 

Danach hat die Regierung der USA reagiert und im Jahr 1990 den Oil Pollution Act verabschiedet. Dieser sieht u.a. vor, dass Tankerneubauten über Doppelwände verfügen sollen (die Exxon Valdez hatte nur eine Wand). Außerdem erstellten die Behörden Notfallpläne und erhöhten die Haftungsgrenzen. Damit wollten sie ein erneutes Tankerunglück verhindern. Ähnliche Abkommen sind die Helsinki Konvention von 1974 für die Ostsee und das Bonn-Übereinkommen von 1983.

Auch 25 Jahre später hat sich das Ökosystems im Prince William Sound nicht erholt und Natur, Tiere und auch Menschen werden die Auswirkungen noch viele Jahre spüren.

 

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