Drei Millionen Hektar Regenwald an Ölfirmen!

Foto: Amazon Watch

Ecuador verkauft drei Millionen Hektar unberührten Regenwalds an chinesische Ölfirmen. Die Rechte Tausender Indianer werden dabei mit Füßen getreten und eines der letzten intakten Ökosysteme zerstört.

 

Montags Morgen, den 25. März 2013 in Peking: Eine Gruppe ecuadorianischer Politiker trifft sich im Hilton Hotel mit Vertretern chinesischer Ölkonzerne. Verträge werden unterschrieben; Verträge über drei Millionen Hektar Regenwald.

Für beide Parteien muss es ein angenehmes Treffen gewesen sein, ganz anders als die Vorherigen in Quito, Houston oder Paris. Denn dort wurde man zunehmend gestört – durch lautstarke Proteste von indigenen Völkern, die ihr klares „Nein“ zum Ausverkauf ihrer Heimat kund gaben. Doch nun ist alles unter Dach und Fach, die Anzugträger schlossen zufrieden ihre Aktenkoffer.

 

Der Deal sei eine „Win-Win-Situation“, wie der ecuadorianische Botschafter laut The Guardian seinen chinesischen Kollegen mitteilte.

Dass dabei internationales Recht gebrochen wurde, schert ihn scheinbar wenig.

Die ecuadorianische Regierung sieht sich nämlich mit ganz anderen Problemen konfrontiert: Ihren Schulden bei den Chinesen. Seit 2009 liehen diese Ecuador Milliarden von Dollar für den Aufbau von Ölgeschäften. Mindestens 7 Milliarden Dollar muss Ecuador an den asiatischen Wirtschaftspartner zurückzahlen.

 

Da ist der Aufschrei der sieben indigenen Völker, die in den zu verhökernden Gebieten leben, eher lästig. So hat Andrés Donoso Fabara, ecuadorianischer Sekretär im Ministerium für natürliche und nicht erneuerbare Rohstoffe für den offenen Rundbrief der indigenen Stämme, indem sie die Ölförderung auf ihrem Land verurteilen, wenig übrig. In einen Interview meinte er zynisch: „Diese Typen mit ihrer politischen Agenda, die denken doch nicht über Entwicklung oder die Bekämpfung von Armut nach. Wir haben das Recht, wenn wir wollten, könnten wir mit Militär einmarschieren. Wir können vieles machen, auch wenn die dagegen sind. Aber das ist natürlich nicht unsere Art.“

 

Die Verträge widersprechen internationalem Recht

 

Foto: amazon Watch

Doch Fabara liegt in seinen Annahmen falsch. Sowohl das ecuadorianische Recht, wie auch das internationale Recht bestätigen, dass die Ländereien rechtmäßiges Eigentum der indigenen Völker sind. Zudem hat der Interamerikanische Gerichtshof 2012 darauf hingewiesen, dass die Regierung die indigene Bevölkerung vorab umfassend informieren muss und nur mit ihrer Zustimmung Ölinvestitionen auf ihrem Land genehmigen kann.

 

Laut Amazon Watch verletzt der Deal auch chinesisches Recht. Denn China hat sich vor kurzem neue Richtlinien auferlegt, die unter anderem besagen, dass chinesische Firmen bei ausländischen Aktivitäten auf „eine harmonische Entwicklung der lokalen Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft“ achten sollen.

 

Doch die Geschäfte scheinen gemacht. Somit werden die letzten intakten Amazonasgebiete in Ecuador Ölbohrungen zum Opfer fallen. Studien zeigen, dass es sich um die Region mit der höchsten biologischen Vielfalt der gesamten westlichen Hemisphäre handelt. Sie ist äußerst wichtig für den weltweiten Vorrat an Frischwasser und für die Reduzierung des CO2-Gehalts in der Atmosphäre.

 

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