Eintags-Küken weiter geschreddert und vergast

Frisch geschlüpft, schon geschreddert Screenshot: BILD

Bessere Zukunft für Eintags-Küken verschoben: Weil die großen Brutfabriken gegen ein Gesetz aus NRW klagen, schlachten Hühnchen-Züchter das Federvieh weiter grausam ab, sobald es aus der Eischale schlüpft. Die Aufzucht wäre zu teuer. Dabei sollte das Schreddern und Vergasen frisch geschlüpfter Hähnchen seit Jahresanfang 2015 eigentlich passé sein.

Per Gesetz hatte Nordrhein-Westfalens Umweltminister Johannes Remmel den Tiermord verbieten wollen. Denn jährlich sterben rund 50 Millionen männliche Küken auf bestialische Weise im Schredder oder sie ersticken, „weil sie keine Eier legen und nicht für die Mast taugen“. Das berichtet Focus-Online über die traurigen Zustände in deutschen Hühnerställen.

 

Elf Betriebe verhindern Tierschutz: Profit zählt mehr

 

Elf betroffen Brütereien ging Remmels Gesetz zu weit. Sie fürchten um Ihre Gewinne und klagen dagegen. Der grüne Landesminister attackierte deshalb in der Bildzeitung Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU). Der kontert: „Das Tierschutzgesetz bestimmt bereits jetzt, dass Tiere nur getötet werden dürfen, wenn es dafür einen vernünftigen Grund gibt.“ Schmidt: „Es liegt an den für den Vollzug zuständigen Ländern, das geltende Recht durchzusetzen.“

Bis Ostern will der Bundesagrarminister eine Technologie vorstellen, die das Geschlecht schon im Hühnerei bestimmen lässt: Eier, aus denen keine Hennen schlüpfen, könnten dann einfach nicht mehr bebrütet werden.

Alternativ setzen Tierschützer auf die so genannte „Bruderhahn Initiative“. Die erklärt Bild so: „Dabei werden die Eier der Legehennen teurer verkauft, damit ihre Brüder länger leben können, bevor sie zu Babykost verarbeitet werden.“


pit

 

 

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