Elefanten leben länger in Freiheit

Foto: izw-berlin.de

Gefangenschaft verküzt die Lebenszeit: Wissenschaftler eines internationalen Teams an der finnischen University of Turku sowie des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) belegen mit einer Studie, dass Elefanten, die für Zoos oder zur Forstarbeit gefangen werden, eine "deutlich kürzere Lebenserwartung als Artgenossen" haben, die bereits in Gefangenschaft zur Welt kommen.

Die Forscher analysierten detaillierte Daten über asiatische Elefanten in Myanmar. Damit zeigen sie die langfristigen Auswirkungen der Gefangenschaft von Dickhäutern. "Demnach weisen Wildfänge noch Jahrzehnte nach ihrem Fang eine erhöhte Sterblichkeitsrate auf und leben im Schnitt um drei bis sieben Jahre weniger", zitiert jetzt die Agentur Pressetext aus der Studie.

 

Erstes Jahr der Gefangenschaft ost das tödlichste für Elefanten

 

In Myanmar werden Elefanten seit Jahrhunderten in Holzfällerlagern eingesetzt. Wild gefangene und in der Gefangenschaft geborene Tiere arbeiten und leben dort Seite an Seite in den Wäldern. Sie leben in der gleichen Umgebung und werden somit ähnlich behandelt.

 

 

Vom Hundeleben der Elefanten

Vom Hundeleben der Elefanten

Vom Hundeleben der Elefanten

Grausames Vergnügen: Groß, grau, sanft - den Dickhäutern gehört die Sympatie vieler Menschen. Dennoch malträtieren sie Elefanten. Menschen legen sie in Ketten, lassen sie hungern und (fast) verdursten, tracktieren sie mit eisernen Haken bis ihr Wille bricht und die Kolosse nach unserer Pfeiffe tanzen.

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Die detaillierten Aufzeichnungen der Lokalverwaltungen in Myanmar über die Elefantenhaltung lieferte den Forschern aus Turku und Berlin einen umfangreichen Datensatz. Anhand dieser Daten, die fast ein Jahrhundert zurückreichen und über 5.000 in der Forstwirtschaft tätige Elefanten betreffen, analysierten die Wissenschaftler die Überlebenschancen der Elefanten nach dem Fang. Fazit der Forschung: "Das größte Sterberisiko für alle wild gefangenen Elefanten besteht im ersten Jahr nach der Gefangennahme. Auch wenn das Risiko in den Folgejahren abnimmt, hielten überraschenderweise die negativen Auswirkungen etwa ein Jahrzehnt an."

 

Elefanten müssen seit 3.000 Jahren für Menschen schuften

 

"Die Menschheit fängt seit mehr als 3.000 Jahren wildlebende asiatische Elefanten, um sie als Arbeitstiere oder zur Unterhaltung einzusetzen", betont das IZW. Diese Praxis werde bis zum heutigen Tag aufrechterhalten, obwohl der Bestand der Tiere im Freiland rückläufig ist. "Der Fang und die Zähmung geht auf Kosten der mittleren Lebensdauer und erhöht den Druck auf die Freilandpopulationen, was langfristig den Bestand im Freiland gefährden könnte", warnt Studienleiterin Virpi Lummaa.

"Unsere Analyse zeigt, dass wild gefangene Elefanten geringere Überlebenschancen haben als in Gefangenschaft geborene, unabhängig davon, welche Fangmethode eingesetzt wird: Einpferchung ganzer Gruppen, Lassos für den Fang einzelner Elefanten oder Ruhigstellung durch Betäubung", ergänzt ihre Kollegin Mirkka Lahdenperä in der Meldung. Das bedeute, so die Agentur, dass alle diese Methoden einen ähnlich nachteiligen Einfluss auf das weitere Leben eines in Gefangenschaft lebenden und arbeitenden Elefanten haben.

"Wir stellten auch fest, dass ältere Elefanten am meisten unter dem Fang leiden; sie haben eine höhere Sterblichkeit als jüngere Elefanten", zitioert sie die Forscherin.


red

 

 

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