Elfenbeinhandel boomt: Massaker an 400 Elefanten

Foto: WWF

Die Wilderei und der illegale Elfenbeinhandel wachsen explosionsartig. Massaker an bis zu 400 Elefanten, wie Anfang 2012 im Nationalpark von Kamerun sind keine Ausnahme mehr.

 

Die Zahl brutal abgeschlachteter Elefanten steigt rasant. Der WWF schlägt Alarm und erklärt, warum die Wildereikrise eine Wertekrise ist.

 

So erzählt Lamine Sebogo, der WWF-Leiter des Afrikanischen Elefantenprogramms, dass er noch nie zuvor ein derartiges Massaker, wie das im Mai 2012 in Kamerun gesehen hatte. Die Wilderei in zentralafrikanischen Ländern sei regelrecht explodiert, berichtet Sebogo.

 

Es haben sich neue „Transitländer“ für den illegalen Handel mit Elfenbein etabliert, wie zum Beispiel Mosambik, Kenia und Uganda. Immer mehr Länder geraten in den kriminellen Sog der Wilderei.

 

Die Schlächter in Kamerun waren gut ausgerüstet und offensichtlich militärisch trainiert. Sie stammten aus dem Sudan, waren auf Pferden unterwegs und schwer bewaffnet. Bis die Regierung aus Kamerun reagierte, konnten die Wilderer drei Monate im Nationalpark wüten und ihre Verbrechen begehen. Dabei töteten sie mindestens 200 Elefanten.

 

Netzwerk chinesischer Krimineller handeln mit Elfenbein

 

Dahinter steht laut WWF wohl ein Netzwerk chinesischer Krimineller, die mit Elfenbein handeln. Diese Wildtiermafia verdient gut mit ihren mörderischen Aufträgen.

Die Wilderer selber agieren, laut Sebogo aus unterschiedlichen Gründen: „Ein Teil jagt natürlich, um der Armut zu entkommen. Es gibt aber auch Wilderer, die schon immer gejagt haben, also eher aus Gewohnheit. Es gibt Wilderer, die sich einfach nur bereichern wollen. Sie sind nicht arm, nur gierig. Unter den Wilderern sind inzwischen auch viele Ex-Soldaten.“

 

Die Wildereikrise ist für Sebogo eine Wertekrise. Denn es wird vorwiegend in staatlichen Nationalparks gewildert. Die staatlichen Regierungen seien immer noch stark von kolonialistischen Prinzipien bestimmt. Da wird der Wert der Natur schnell verkannt.

 

Doch einige Staaten kündigten im Juni 2012 den Wilderern ihren Kampf an. 10 zentralafrikanische Länder unterzeichneten eine gemeinsame Erklärung zum Schutz ihrer Elefanten. Die grenzüberschreitende Verfolgung von Wilderern und die Bestrafung von Elfenbein- und Buschfleischhandel soll intensiviert werden.

 

Lesen Sie auch

 

Mali-Elefanten: Überleben in der Wüste – Sterben im Krieg

WWF jagt Wilderer mit Drohnen

WWF: Killer töten Elefanten und Nashörner in Afrika

 

Most Wanted

Foto: Pixabay CC/PublicDOmain/Hans Braxmeier

Den kranken Wald retten – aber richtig!

Bundeslandwirtschaftsminoisterin Julia Klöckner (CDU) will dem siechen Wald in Deutschland mit 500...


Foto: Pixabay CC/PublicDomain/Michael Kauer

Umweltzonen schützen Gesundheit

Umweltzonen zeigen Wirkung: „Durch einen signifikanten Rückgang der Belastung mit Feinstaub (PM10)...


Neu im global° blog

Screenshot: gunther-moll.de

Die Botschaft

Eine lebenswerte Zukunft im Einklang mit der Natur ist auf diesem Planeten möglich, wenn wir uns...


Screenshot: ARD-Video

Alpendämmerung – Europa ohne Gletscher

Die Alpengletscher sind nicht mehr zu retten, wann der letzte Gletscher verschwunden ist, scheint...


Foto: DZ-4 GmbH

Der Solarboom kommt

Der richtige Solarboom kommt erst noch: Warum aktuelle Trends für eine Revolution im deutschen...


Folgen Sie uns: