Ethikregeln für Jagd auf Löwen und Elefanten

FRanz-Ferdinand von Österreich-Este mit erlegtem Elefanten Foto: Wikimedia CC/Eduard Hodek, junior

Während Donald Trump den Handel mit Elefanten-Trophäen wieder erlaubt, diskutieren Göttinger Wissenschaftler jetzt über eine Zertifizierung der Großwildjagd. Das soll ethische Standards garantieren, den Menschen in Afrika oder Asien ein Einkommen durch die Jäger bescheren und Geld für Naturschutz erwirtschaften.

"Das Töten von Löwen, Elefanten und anderem afrikanischen Großwild sorgt seit Jahrzehnten für stark polarisierende Diskussionen", erkannten die Wissenschaftler um den Göttinger Agrarökologen Thomas C. Wanger. Gemeinsam mit seinem Professor Teja Tscharntke und einem internationalen Team erarbeitet er daher ein Zertifizierungssystem, "um sicher zu stellen, dass bei der Trophäenjagd ethische Kriterien eingehalten werden". Es könnte Vorteile für die Großwildpopulationen, die lokale Bevölkerung und die nachhaltige Finanzierung des Naturschutzes in Afrika bedeuten, hoffen die Wissenschaftler. Ihre Studie dazu erschien jetzt in der Fachzeitschrift Nature Ecology and Evolution.

 

Online-Debatte um Großwildjagd und trophäen

 

Die Vorschläge der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler basieren auf der Analyse bereits existierender Zertifizierungssysteme von Forst- und Agrarprodukten. „Eine Überwachung der Wildtierbestände, eine effektive Vernetzung der institutionellen Strukturen auf verschiedenen Ebenen und eine regelmäßige Evaluation können dazu führen, dass die Trophäenjagd den Entwicklungszielen des Naturschutzes und der lokalen Bevölkerung zu Gute kommt“, erläutert der Göttinger Agrarökologe Wagner.

Das Zertifizierungssystem sollte nach Ansicht der Forscher drei Kriterien erfüllen: eine angemessene Entschädigung der jeweiligen Landbesitzer oder der lokalen Bevölkerung, artenspezifische Quoten, strenge Begrenzungen des Alters der Tiere und der Größe der Trophäen sowie klare ethische Standards für die Jagd. Die Basis für die Implementierung könnte das Washingtoner Artenschutzabkommen CITES bilden. Das Abkommen legt die Rahmenbedingungen für internationale Trophäenverschiebungen fest.

Mit einer Online-Umfrage wollen die Experten nun auch eine lösungsorientierte Diskussion zur Trophäenjagd voranzutreiben. So wollen die Wissenschaftler ein besseres Verständnis dafür entwickeln, ob und inwieweit die Öffentlichkeit bereit ist, die Finanzierung afrikanischer Naturschutzbemühungen zu unterstützen.


red

 

 

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