Europas Reeder: die Schmutzfinken der Welt

Schiffszerleger in Bangladesh Foto: Maro Kouri/Schippbraking Platform

...und geändert hat sich: NIX! 645 der 1213 Schrottschiffe, die auf den Ozeanen um die Erde fahren entsorgten ihre Reeder auch im vergangenen Jahr wieder an indischen und pakistanischen Stränden, bilanziert jetzt die Umweltorganisartion Shipbreaking Platform. global° hatte vor Jahresfrist über den Frevel der Schiffsfriedhöfe berichtet.

Von Nachhaltigkeit, Umwelt- oder Gesundheitsschutz ist die gängige Praxis der Schiffseigner weit entfernt. „Rund 40 Prozent dieser Schiffe gehörten europäischen Firmen“, zitiert die Online-Newsagentur Europaticker aus den Zahlen der NGO. „Griechische und deutsche Reeder haben dabei bis zu 80 Prozent ihrer alten Schiffe auf den Strand gesetzt, anstatt sie an moderne Schiffrecyclinganlage zu verkaufen.“

 

Gifte verpesten den Strand auf den Schiffsfriedhöfen

 

Besonders schlimm: Beim Abwracken der Pötte verschmutzen die Arbeiter die Strände. Neben Altmetall und literweise Öl, landen vor allem Asbest, Schwermetalle, PCBs und organische Abfälle im Sand. „Südasien hat sich zum bevorzugten Schrottplatz entwickelt, da Umweltstandards, Arbeitsrecht und Sicherheitsmaßnahmen dort nur spärlich umgesetzt werden“, kommentiert die Agentur.

Die kaum existierenden Vorsichts-Regeln und fehlende Umweltstandards erhöhten vor allem den Profit der „beach breaker“.

„Während die Zahl der Schrottschiffe fast genauso hoch wie 2012 lag, ist Anzahl gestrandeter Schiffe von 850 auf 645 gesunken – das ist eine Minderung um fast ein Viertel im Vergleich zum Vorjahr“, bilanziert Patrizia Heidegger. Die Geschäftsführerin von Shipbreaking Platform weiter: „Mehr Reeder haben sich für sicheres und sauberes Recycling entscheiden. Das ist eine gute Nachricht für Mensch und Umwelt sowie für Schiffrecycler weltweit, die in moderne Anlagen investiert haben“, sagt Heidegger. Sie schränkt aber ein: „Trotzdem hat die Mehrheit der Reeder ihre schmutzigen und gefährlichen Praktiken aufrechterhalten. Europäische Unternehmen zählen zu den schlimmsten weltweit“.


pit

 

 

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