Fels liefert dem Wald das Wasser

Daniella Rempe mit einem Bohrkern Foto: William Dietrich

Feuchtigkeit in den Rissen und Poren von Felsgestein hat laut einer neuen Studie von Wissenschaftlern der University of Texas in Austin den kalifonischen Bergwäldern während der schlimmen Dürreperioden zwischen 2010 und 2015 das Überleben gesichert.

Die jetzt im Journal der National Science Foundation (NSF)veröffentlichte Arbeit der Geologin Daniella Rempe weist nach, dass in feinsten Zwischenräumen des unter der Humusschicht des Waldes liegenden Felsen bis zu 27 Prozent des Niederschlags der Region von Mendocino County noch als Feuchtigkeit vorhanden waren, auch als die darüberliegende Erde bereits völlig ausgtrocknet war.

 

Wasser im Fels beeinflusst auch das Klima

 

"Bislang war es Wissenschaftlern immer noch ein Rätsel, wie Bäume selbst ausgedehnte Dürrezeiten überstehen können", sagt dazu Direktor Richard Yuretich vom Eel River Critical Observatory Center der NSF. Die Forschung von Daniella Rempe liefere nun eine erste passende Erklärung für das Phänomen.

Dazu hatten Forscher an neun Stellen den Untergrund der Wälder von Mendocino County angebohrt, um das Felsgestein aus der Tiefe genauer unter die Lupe nehmen zu können. Ihr Ergnis: Sie entdeckten, dass der Fels unter dem Wald in den feuchten Wintermonaten eine regelrechtes Feuchtigkeits-Reservoir ansammelt. In einer bis zu 10 Zentimeter dicken Schicht speichert das Gestein in feinsten Poren diese Feuchtigkeit - "völlig unabhängig davon, wieviel es regnet oder schneit", sagt Rempe.

Ihre Messungen ergaben unabhängig vom tatsächlichen Niederschlag stets das gleiche Resultat. Das belege, so die Wissenschaftlerin, dass der Speicher im Fels stets gleich gefüllt sei.

Die Forscher entdeckten auch, dass diese Gesteinsspeicher die Wassermenge, die im darüberliegenden Boden zu finden war, immer übertraf. "Der Humus ist zwar ein wichtiger Wasserspeicher", glaubt die Forscherin daher, "aber der Einfluss des felsigen Untergrunds auf den gesamten Wasserkreislauf ist vermutlich - obwohl noch weitgehend unerforscht - viel wichtiger", ist sie überzeugt - "auch für das Klima".


pit

 

 

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