Frankreich: Wegwerfverbot für Lebensmittel

Foto: Pixabay (CCO Public Domain)

Jedes Jahr werden ca. 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel weggeworfen, anstatt sie an Wohltätigkeitsorganisationen zu geben. Das könnte sich langsam ändern, dank einer Grundsatzentscheidung in Frankreich.

 

Der Französisch Senat hat jetzt einem Gesetzentwurf aus 2015 zugestimmt und Supermärkten mit mehr als 400 Quadratmeter Verkaufsfläche verboten, ihre unverkauften Lebensmittel wegzuwerfen. Übrig gebliebene Lebensmittel oder Nahrungsmittelabfälle müssen demnach gespendet, weiterverarbeitet, als Tierfutter verwendet oder kompostiert werden. Bei Verstoß droht eine Geldstrafe von bis zu 75.000 € oder zwei Jahren Gefängnis. Ziel der französischen Regierung ist es, die Abfallmenge bis zum Jahr 2025 zu halbieren.

 

"Da die Supermärkte verpflichtet werden, einen Spende-Deal mit Wohltätigkeitsorganisationen zu unterschreiben, werden wir in der Lage sein, die Qualität und die Vielfalt der Lebensmittel, die wir erhalten und zu verkaufen zu vergrößern", sagte Jacques Bailet, Präsident der Banques Alimentaires, einem Netzwerk französischer „Tafeln“, dem Guardian. "Im Hinblick auf eine ausgewogene Ernährung haben wir im Augenblick ein Defizit an Fleisch und einen Mangel an Obst und Gemüse. Das Gesetzt wird uns hoffentlich ermöglichen, mehr auf diese Produkte zu drängen. "

 

 

In Frankreich wandern schätzungsweise 7,1 Millionen Tonnen Lebensmittel pro Jahr in die Tonne, in Deutschland sind es etwa 11 Millionen, obwohl viele Lebensmittel auch nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums noch essbar sind. Der Anteil der Supermärkte macht dabei „lediglich“ etwa 11 Prozent aus. Aber es ist ein Anfang, zu dem sich die Bundesregierung leider noch nicht durchringen konnte. Wenn auch hierzulande zwischenzeitlich einige Supermarktketten freiwillig mit den „Tafeln“ zusammenarbeiten, so ist es doch noch ein langer Weg. Wann und ob andere Länder diesem positiven Beispiel folgen, bleibt abzuwarten.


hjo

 

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