Für das Klima: Deutscher Umweltpreis 2015

Festakt zur Verleihung des Deutschen Umweltpreises der DBU 2015(v.l.): Preisträger Prof. Dr. Mojib Latif und Prof. Dr. Johan Rockström, DBU-Kuratoriumsvorsitzende Rita Schwarzelühr-Sutter, Ehrenpreisträger Prof. em. Dr. Michael Succow, Bundespräsident Joachim Gauck, NRW-Umweltminister Johannes Remmel und DBU-Generalsekretär Dr. Heinrich Bottermann. Quelle: DBU

Verleihung des deutschen Umweltpreises 2015 mit Appell an die bevorstehende Klimakonferenz Als „Herausragende Empfänger“ bezeichnete Bundespräsident Joachim Gauck die diesjährigen Preisträger bei der Verleihung des Preises der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) am 8. November in Essen. „Persönlichkeiten, denen wir alle viel zu verdanken haben und die heute verdientermaßen ausgezeichnet werden: An Ihnen richten wir uns auf.“

Aus seinen und den Händen der DBU Kuratoriumsvorsitzenden Rita Schwarzelühr-Sutter empfingen der Klima- und Meeresforscher Prof. Dr. Mojib Latif (61) und der global agierende Nachhaltigkeitswissenschaftler Prof. Dr. Johan Rockström (49) den höchstdotierten unabhängigen Umweltpreis Europas. Den bisher nur vier Mal von der DBU zusätzlich vergebenen Ehrenpreis erhielt Prof. em. Dr. Michael Succow (74) für sein lebenslanges Naturschutz-Engagement.

 

Wissenschaftler die Wissen schaffen

 

Mojib Latif gilt als einer der herausragenden Klimaforscher Deutschlands. Die Ergebnisse seiner Forschungen zeigen u.a. auf, dass die Erde ohne intakte Ozeane für Menschen unbewohnbar werde. „Zudem hat er die Gabe, komplizierte Sachverhalte einfach und nachvollziehbar darzustellen“ so Joachim Gauck. Denn Mojib Latif richtet sich mit seinen zahlreichen Büchern und wissenschaftlichen Abhandlungen nicht nur an Experten, sondern auch an interessierte Erwachsene, Kinder und Jugendliche. Prof. Dr. Martin Faulstich, Vorsitzender des Sachverständigenrates für Umweltfragen und Mitglied der Umweltpreisjury Faulstich würdigte die „ähnliche Denke“, von der Mojib Latif und Johan Rockström geprägt seien. „Beide haben die Arbeit des Sachverständigenrates für Umweltfragen in den vergangenen zehn Jahren geprägt“.

Johan Rockström habe mit seinem Konzept der planetaren Grenzen objektive Belastungsgrenzen der Erde ausgerechnet und so politischen Entscheidungsträgern eine Prioritätensetzung im Umwelt- und Naturschutz ermöglicht, betonte Joachim Gauck. Rockström stehe für die Einsicht, dass nachhaltiges Leben nur in Grenzen möglich sei. würdigte ihn Martin Faulstich: „Denn mit der Natur sind keine Tarifverhandlungen zu führen.“

Der Ehrenpreisträger Michael Succow habe die Grundlage für das gesamtdeutsche Nationalparkprogramm gelegt, so Joachim Gauck. „ Er hat als genialer Netzwerker des deutschen Naturschutzes im deutschen Wiedervereinigungsjahr 1990 als stellvertretender DDR-Umweltminister rund 4,5 Prozent der DDR-Fläche dauerhaft für den Naturschutz gesichert.“ Als weiteres Mitglied der Jury sprach Frau Prof. Dr. Sabine Schlacke Michael Succow ihren Dank aus. In seinem langjährigen Werken sei es ihm durch seine tiefe Liebe zur Natur immer wichtig gewesen, ein Gleichgewicht zwischen Mensch und Natur herzustellen.

„Sein Credo ist es, nicht die Natur vor dem Menschen zu schützen, sondern ein Miteinander von Natur und menschlicher Nutzung der Natur zu erreichen. Dafür gebührt Ihnen unser ganz großer Dank.“

 

Zukunft findet jetzt statt

 

Im Hinblick auf die Ende November in Paris stattfindende Klimakonferenz der Vereinten Nationen wollten Jury und DBU mit der Auszeichnung der Klimaexperten ein starkes Signal setzen und einen Appell an die internationale Staatengemeinschaft richten, entschlossen zu handeln und so die Zukunft des Planeten Erde zu sichern. Die Preisträger unterstrichen ihr Anliegen Jetzt etwas für das Klima der Zukunft zu unternehmen mit Hilfe von während der Verleihung eingespielten Filme. „Wenn das Klima eine Bank wäre, hätten wir es schon längst gerettet“ betonte Mojib Latif. Nach Johan Rockström sollte die Frage nie wieder sein, ob wir den Klimaschutz angehen, sondern nur: wie schnell.

Joachim Gauck hob hervor, dass die drei Preisträger daran arbeiten, dass wir unseren Kindern eine Welt hinterlassen, in der man frische Luft atmen, klares Wasser trinken und von gesunden Böden ernten kann – in der also das Selbstverständliche selbstverständlich ist. CDC

 

 

 

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