Gen-Mais vor Zulassung in der EU

Foto ap/L. Pscheidt

Bahn frei für Gen-Mais in Europa. „Die EU Lebensmittelbehörde EFSA gab erstmals grünes Licht für den Anbau von gentechnisch veränderter Soja“, berichtet die gentech-kritische Verbraucherorganisation Tectbiotech. Jetzt müssten die Kommission und die Mitgliedsländer über die Marktzulassung entscheiden, schreibt Testbiotech in einer Pressemeldung: „Antragssteller ist der US-Konzern Monsanto.“

Das Saatgut ist demnach bislang nur für den Export zugelassen. Die Gen-Sojasorte toleriere das Spritzmittel Glyphosat. Genau das, monieren jetzt erneut die Gegner der Technologie, sei die Crux: Die geplante Zulassung verstoße gegen EU-Recht, „da die Rückstände des Spritzmittels bei der Risikobewertung nicht berücksichtigt wurden. Auch ein Monitoring gesundheitlicher Auswirkungen dieser Rückstände ist nicht vorgesehen, obwohl dies in der EU vorgeschrieben ist“.

Dies sei kein Einzelfall sei, so Testbiotech: „Ausgerechnet die Rückstände von Spritzmitteln, mit denen die gentechnisch veränderten Pflanzen regelmäßig behandelt werden, bleiben bei der Risikoabschätzung außen vor. Insbesondere EU-Kommissar John Dalli hat diese Praxis bisher vehement verteidigt. Jetzt bekommt er mit seinem industriefreundlichen Kurs ein massives rechtliches Problem“, sagt Christoph Then von Testbiotech. „Wird die Zulassung der gentechnisch veränderten Soja auf der Grundlage der bestehenden Risikobewertung erteilt, wäre dies als ein Rechtsbruch anzusehen.“

In einem Rechtsgutachten für die Kritiker nimmt Professor Ludwig Krämer vier Punkte ins Visier: Das derzeitige Fehlen eines Monitorings möglicher gesundheitlicher Auswirkungen von gentechnisch veränderten Pflanzen nach der Marktzulassung stehe im Widerspruch zur bestehenden Gesetzgebung in der EU. Mögliche gesundheitliche Auswirkungen von gentechnisch veränderten Pflanzen müssten selbst dann kontrolliert werden, wenn es unwahrscheinlich sei, dass derartige Effekte auftreten. Die EU-Gesetzgebung solle dafür sorgen, jegliche negativen gesundheitlichen Auswirkungen durch gentechnisch veränderte Pflanzen zu vermeiden. Deswegen müsse bei der Risikobewertung sichergestellt werden, dass auch die kumulativen Effekte durch Rückstände von Herbiziden berücksichtigt werden. Und schließlich müsse - falls ein Monitoringplan diese kumulativen Effekte nicht miteinschließe - die Marktzulassung erneut überarbeitet werden.

„Obwohl die relevanten EU-Gesetze bereits seit über zehn Jahren in Kraft sind und schon 45 Varianten gentechnisch veränderter Pflanzen zur Verwendung in Lebens- und Futtermitteln zugelassen wurden, gibt es bislang kein System, mit dem mögliche gesundheitlichen Auswirkungen identifiziert werden könnten“, fasst Christoph Then die Kritik zusammen.

 

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