Haie verhungern wegen zu vieler Touristen

Foto: Pixabay CC/PublicDomain/toromeart

Armer weißer Hai: Touristen sind mitverantwortlich dafür, dass die Jäger der Meere vom Aussterben bedroht ist. Das stellen jetzt Forscher um Charlie Huveneers der australischen Flinders University fest: In vielen Regionen der Welt sei die Beobachtung von Haien und anderen Meerestieren eine Touristenattraktion - das aber stört das natürliche Verhalten der Weißen Haie.

Weltweit gäbe es sieben Unternehmen, die spezielle Tauchgänge anbieten, berichtet die Agentur Pressetext über die australischen Forschungen. Dabei würden jeweils Menschen in Käfige gesperrt und in die Tiefe abgelassen. Im für sie günstigsten Fall können sie dann einen Weißen Hai beobachten.

 

Hai-Beobachter stören die Tiere und gefährden sie damit

 

Doch das hat Folgen. Die Aktivitäten der Tiere, die in die Nähe der Käfige kommen, nehmen dramatisch zu, sagen die Forscher laut Pressetext in einem Betrag der Fachzeitschrift Conservation Physiology an der Oxford University in Großbritannien.

Die Wissenschaftler hätten, schreibt die Agentur, zehn Weiße Haie mit Transpondern ausgestattet und somit die Wege der Tiere im Meer dokumentiert. Das Experiment fand in den Gewässern der Neptune Islands im Süden Australiens statt.

Fazit: Die Tiere, die in Kontakt mit den Käfigen kamen, bewegten sich 61 Prozent mehr als andere, die nicht aus der Nähe beobachtet wurden.

Fatale Folge dieser Störung durch die sensationslüsternen Touristen: Mehr Bewegung habe einen verstärkten Stoffwechsel der Tiere zur Folge. "Die Haie verbrauchen erheblich mehr Energie. Der Kontakt zu Touristen in Käfigen lenkt die Haie von ihren normalen Gewohnheiten wie der Suche nach energiereichen Robben ab", beschreibt die Agentur die Wirkung der Tourismus-Attraktion.

Die Energieverluste könnten die Tiere nicht durch vermehrten Konsum von Beute kompensieren, zitiert Pressetext die Fachleute der australischen Universität.


red

 

 

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