Handel mit Elfenbein finanziert Terroristen

Elefant in Tansania, Foto: wikimedia commons/ Xavier Caihuelas

Viertägiges Geiseldrama in Kenias Hauptstadt Nairobi gestern blutig beendet. Bewaffnete Terroristen der Al-Shabaab-Miliz aus Somalia belagerten das Westgate-Einkaufszentrum und brachten Teile des Gebäudekomplexes zum Einsturz. Nach offiziellen Angaben töteten die Angreifer 72 Menschen, 60 Personen werden noch vermisst und tot unter den Trümmern vermutet.

 

Finanziert werden solche Terroranschläge oftmals durch den illegalen Handel mit Elfenbein, Nashorn-Horn und exotischen Tieren. Der WWF beklagt eine enorme Zunahme der Wilderei in Afrika. Allein in Südafrika liege der Anstieg bei mindesten 3.000 Prozent in den letzten fünf Jahren, so die Naturschutzorganisation.

 

Im WWF-Interview erläutert Lamine Sebogo, WWF-Leiter des Afrikanischen Elefantenprogrammes: „Global gesehen, ist die Situation derzeit sehr ernst. Die Wilderei nimmt stark zu. Besonders dramatisch ist es momentan in Zentralafrika. Was dort passiert, habe ich noch niemals zuvor gesehen. Wir sind in sehr großer Sorge um die Waldelefanten. Die illegale Jagd ist in einigen zentralafrikanischen Ländern regelrecht explodiert, wie in der Demokratischen Republik Kongo.“

 

Nashorn im Krüger Nationalpark, Südafrika, Foto: wikimedia commons/ Amada44

Elfenbeinkrise: der Teufelskreis von Angebot und Nachfrage

 

Zwei große Probleme gilt es zu bekämpfen: Zum einen müssen die Übeltäter am Wildern gehindert und für ihre Verbrechen hart bestraft werden. Zum anderen muss aber auch die Nachfrage vor allem aus dem asiatischen Raum verringert werden. Solange die Nachfrage hoch ist – in China wird Pulver aus zerstoßenem Nashorn-Horn mit Gold aufgewogen und ein Elefantenstoßzahn bringt mehrere Tausend Euro – werden sich auch immer Lieferanten finden. Weltweit verdienen kriminelle Banden mit Wilderei und Schmuggel wilder Tiere schätzungsweise acht Milliarden Euro pro Jahr.

 

Lamine Sebogo gibt ein Beispiel: „In Kamerun gibt es ein Netzwerk chinesischer Geschäftsleute, das sich auf den Handel mit Elfenbein spezialisiert hat. Es gibt viel Geld zu verdienen. Optimistisch stimmt mich aber die Tatsache, dass erst im Juni zehn zentralafrikanische Staaten einen länderübergreifenden Aktionsplan unterzeichnet haben, um in solchen Fällen schneller reagieren zu können. Der politische Wille, solche Fälle zu verhindern, ist durchaus vorhanden, aber wir haben in Afrika große Schwächen in der Umsetzung.“

 

Unbearbeitetes Elfenbein, Foto: wikimedia commons/ Stahlkocher

USA verstärken Kampf gegen Wilderei

 

Auch die US-Regierung hat den Zusammenhang zwischen Elfenbeinhandel und Terrorismus erkannt und will nun verstärkt gegen illegale Wilderei vorgehen. Außerdem plant sie, ihre Elfenbeinvorräte zu verbrennen und so ein Zeichen zu setzen.

 

Illegale Jagd und Handel stellen eine ökonomische und sicherheitstechnische Herausforderung in Afrika und darüber hinaus dar. Illegaler Wildtier-Handel ist [heutzutage] organisierte, lukrativer und gefährlicher als je zuvor. Wilderer benutzen jetzt Helikopter, Maschinengewehre, Nachtsichtgeräte und Satellitentelefone, um Parkranger und lokale Sicherheitskräfte zu überwältigen oder sogar zu töten“, sagte Hilary Clinton, frühere US-Außenministerin, vor zwei Wochen bei einer Veranstaltung im Weißen Haus in Washington.

 

JET

 

 

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