Handy-Daten überführen Nashorn-Wilderer

Foto: Pixabay CC/PublicDomain/Warwick333

Mobilfunk-Daten vermasseln Wilderern in Südafrika das blutige Geschäft: In einem Prozess vor dem Gericht in Grahamstown überführten jetzt Handy-Nutzerprofile drei Rhino-Mörder, die es auf die Hörner der Kolosse abgesehen und diese nach dem Tod der Tiere nach Vietnam verhökert hatten.

Laut einem Bericht der südafrikanischen Zeitung Times live stehen in dem Städtchen der Eastern Cap-Provinz drei Männer vor dem Kadi. Sie werden beschuldigt, in KwaZulu-Natal seit 2014 in mindestens 13 Fällen Nashörner gejagt und ihrer Trophäen an Schmuggler verkauft zu haben.

Zum Verhängnis wurden den Angeklagten dabei auch deren Sucht zur Selbstdarstellung. Zahlreiche Selfies, die sie auf ihren Beutezügen knipsten, brachten die Ganster nun zur Strecke.

 

Selies und Telefonate überführen Netzwerk der Nashorn-Wilderer

 

Mit dem Fall wollen die Behörden erstmals anhand von Mobilfunkdaten ihre Beweisketten aneinander knüpfen und schließen. Hilfe bekommen sie dabei von Carmen van Tichelen. Gemeinsam mit Keith Somerville von der britischen Durell Institute of Conservation and Ecology an der University of Kent wertet sie seit Jahren Spuren aus, die auch Wilderer im Mobilnetz hinterlassen.

Den Wissenschaftlern gelingt es inzwischen mit der Verknüpfung diverser Daten, selbst Prepaid-Handys aufzuspüren und deren Nutzer zu identifizieren.

Das nutzen Artenschützer im Kampf gegen die Wilderer - vor allem um an die Hintermänner und Schmuggler der Hörner nach Ostasien zu gelangen.

Bislang galten diese Daten als wenig belastbar vor den Richtern in Südafrika. Die Wildhüter jedoch hoffen auf die Politik. So könne sich nach dem Rücktritt ders als korrupt geltenden Präsidenten Jacon Zuma in Südafrika, auch die Justiz offen zeigen und die neuen Mobildaten vor Gericht akzeptieren. So kamen die Ermittler der südafrikanischen Artenschutzbehörde auf die Namen der drei Beschuldigten, indem sie Telefonnummern, Handynummern, die bei Autovermietern deponiert waren oder Telefonate und in sozialen Netzwerken gepostete Fotos verbanden und so das Mosaik des Wilderernetzwerks aufspürten.


pit

 

 

Lesen Sie auch:

 

Nashorn am Haken

WWF jegt Wilderer mit drohnen

Royals im KApf gegen Wilderer

Most Wanted

Foto: Pixabay CC0

Tsunami der Empörung

Jetzt also auch in der Hauptstadt: Dieselautos müssen draußen bleiben. Richtig so: Schließlich...


Screenshot: Video

Ist die Welt noch zu retten?

Diese Frage stellte der Philosoph und Publizist Richard David Precht in seiner Sendung dem...


Foto: Ubitricity

Straßenlaternen: Günstige Ladestationen für Elektroautos

Um die Elektromobilität voranzutreiben, braucht es flächendeckend ausreichend und einfach...


Neu im global° blog

Foto: #unteilbar

#unteilbar: 240.000 demonstrieren in Berlin

Im Aufruf von #unteilbar ist zu lesen: „Wir lassen nicht zu, dass Sozialstaat, Flucht und Migration...


Screenshot: Video

Ein Bildungssystem für eine humanere Zukunft

Prof. Dr. Gerald Hüther, Hirnforscher, Neurobiologe und Autor zahlreicher populärwissenschaftlicher...


Screenshot: Video Paul Barton

Klassik beruhigt blinde Elefanten

Der in Großbritannien geborene Pianist Paul Barton spielt Klavier für blinde und verletzte...


Folgen Sie uns: