Illegaler Handel mit Waran-Penissen

Foto: IFAW/WTI

Verdeckte Ermittler in Indien kamen einer neuen und bizarren Variante des illegalen Handels mit Tierprodukten auf die schliche. Bei ihren Recherchen stießen sie auf Hinweise auf einen beträchtlichen Handel mit Körperteilen geschützter Warane (Varanus sp).

Warane sind tropische Echsen, Die Händler versuchten in diesem Fall insbesondere die so genannten Hemipenisse der Reptilien zu verkaufen. Das ist ein „doppelter“ Penis. Er kommt bei manchen Reptilienarten vor. Warane sind durch die indische Gesetzgebung und das Washingtoner Artenschutz-Übereinkommen CITES geschützt. Der Handel mit dem Tier oder Produkten von ihm ist national wie international verboten.

 

Hemipenis der Warane sagen Quacksalber magische Kräfte nach

 

In Indien verkaufen dubiose Heilkundige die Hemipenisse von Waranen als eine seltene Wurzel. Ihr sprechen sie wundersame Heilkräfte zu. Den Handel mit diesen Tierprodukten befeuern okkulte Priester im Internet aber auch offline. „Wir haben hier wieder ein Beispiel für die Zerstörungskraft des illegalen Wildtierhandels“, erklärt Robert Kless, Leiter des IFAW (International Fund for Animal Welfare) in Deutschland. „Skrupellose Individuen dichten einem Tierprodukt wundersame Heilkräfte an und nutzen die Verzweiflung und Gutgläubigkeit der Menschen aus. Damit kreieren sie einen Markt und zerstören die Überlebenschancen für eine ohnehin gefährdete Tierart.“

Im Zuge von Ermittlungen zum illegalen Handel mit Schuppentieren stießen die Experten des IFAW Partners Wildlife Trust of India (WTI) nach aktuellen angaben der Tierschutz-Organisation jetzt gemeinsam mit den zuständigen indischen Behörden auf diesen neuen Trend. Die Hemipenisse der geschützten Warane werden sowohl national als auch international verkauft. Händler bieten sie auf Online-Plattformen aber auch in Geschäften an. „Eine systematische Untersuchung gemeinsam mit den indischen Behörden hat das Ausmaß des Handels aufgedeckt“, sagt Jose Louis, Leiter der Vollzugsabteilung des IFAW-WTI. „Nun müssen wir hunderttausende Menschen davon überzeugen, dass es kein mythisches Heilprodukt gibt, es auch kein Glücksbringer ist, wie versprochen wird. Sondern es nur der Penis eines Reptils ist. Und natürlich müssen wir das Produkt von den online-Plattformen verbannen, schließlich ist das der Hauptverkaufsweg.“


red

 

 

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