26.04.2018

Im deutschen Wald wachsen wenig alte Bäume

Foto: Pixabay CC/PublicDomain/Picography

Armer deutscher Wald: Fast 90 Prozent des Forsts in Deutschland geht es laut dem den alternativen Waldzustandsbericht der Naturwald Akademie schlecht. "Die letzten verbliebenen naturnahen Wälder sind kaum geschützt oder bereits vernichtet", schreiben die Waldexperten. Die Analyse der Wälder zeige auch, dass sie für "ein ökologisches Gleichgewicht zu jung" seien.

Ein "Mangel an naturnahen Waldökosystemen" führe, heißt es in dem zum Tag des Baumes (25. April) veröffentlichten Alternativbericht, "zu einem starken Verlust der biologischen Vielfalt".

 

Dem deutschen Wald fehlen alte Bäume

 

Der Bericht befürchtet, dass "zahlreiche heimische Waldökosysteme auszusterben" drohten, "denn auf den meisten deutschen Waldflächen wachsen nur wenige unterschiedliche Baumarten", heißt es in einer Pressemeldung zum Waldbericht. Besonders alarmierend sei der schlechte naturschutzfachliche Zustand bei drei für Deutschland typischen Waldtypen, die von Eichen und Buchen dominiert sind. Zu deren Schutz sind Maßnahmen dringend nötig.

 

Grafik: Naturwald Akademie

Die Analyse der Wissenschaftler zeige, dass "Deutschlands Wälder für ein ökologisches Gleichgewicht zu jung sind". Es fehlten alte Bäume.

Alte Bäume mit mehr als 140 Jahren stärken das Ökosystem Wald. "Sie sind existentiell für das Leben von zahlreichen Tier-, Pilz- und Pflanzenarten, die nur auf oder mit ihnen leben können", bertonen die alternativen Forstexperten der Naturwald Akademie. In Deutschland dürften jedoch nur wenige Bäume alt werden. Lediglich auf 4,5 Prozent naturnaher Waldflächen würden Bäume wachsen, die älter als 140 Jahre sind. Und nur 0,2 Prozent dieser ökologisch besonders wertvollen Waldflächen mit alten Baumbestand seien dauerhaft geschützt.

 

Alte Bäume sind wichtig für guten Klimaschutz

 

Durch den Mangel an naturnahen Wäldern mit alten Bäumen gehe, so die Forstspezialisten, aber ein wichtiges Potenzial im Klimaschutz verloren: "Denn in alten Bäumen kann mehr klimaschädliches Kohlendioxid langfristig im Holz gespeichert werden."

Als deren wissenschaftlicher Leiter der Naturwald Akademie kommentiert Torsten Welle: „Unsere Studie belegt, dass in Deutschland naturnahe Waldflächen für fast alle prägenden Waldtypen die Ausnahme sind – Bund und Länder sind deshalb gefordert. Sie müssen die besonders bedrohten und seltenen naturnahen Reste der Eichenwälder sofort unter Schutz stellen. Sonst sind diese wertvollen Wälder für Generationen verloren.“


red

 

 

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