11.11.2018

Immer weniger Platz für Wildnis auf der Erde

FOto: Pixabay CC/PublicDomain

Die letzten Wildnisgebiete der Erde verschwinden sehr schnell. Daher sind internationale Ziele zur Erhaltung erforderlich, wie eine von der University of Queensland durchgeführte Studie herausfand.

Das internationale Wissenschaftlerteam kartografierte intakte Ökosysteme in den Ozeanen. Damit ergänzen die Forscher ein Projekt von 2016, in dem die verbleibende terrestrische Wildnis dargestellt wird. James Watson von der School of Earth and Environmental Sciences der University of Queensland sagt dazu laut Informationsdienst der Wissenschaft (idw), dass die Studien das erste globale Bild davon gäben, "wie wenig Wildnis es auf der Erde noch gibt, und wie alarmierend die Ergebnisse seien".

 

Auf dem Planeten schrumpft die Fläche für "wilde" Natur immer mehr

 

„Vor einem Jahrhundert wurden nur 15 Prozent der Erdoberfläche von den Menschen genutzt, um Pflanzen anzubauen und Weidetiere zu halten", zitiert idw Watson. „Heute sind es mehr als 77 Prozent, wenn man die Antarktis herausnimmt. Auch 87 Prozent des Ozeans sind bereits von direkten, durch den Menschen verursachte Einflüsse verändert."

Der australische Professor weiter: „Es ist vielleicht schwer zu glauben, aber zwischen 1993 und 2009 ging eine Fläche von 3,3 Millionen Quadratkilometern – das ist mehr Fläche, als Indien groß ist – an menschliche Siedlungen, Landwirtschaft, Bergbau und anderes verloren. Selbst im Ozean gibt es nur wenige Regionen, die frei von industriellem Fischfang, Verschmutzung und Schiffsverkehr sind, die meisten davon in den Regionen des Polarmeeres."

Als Postdoc Research Fellow der University of Queensland betont James R. Allan, dass die verbleibende Wildnis nur dann geschützt werden könnte, wenn ihre Wichtigkeit von der internationalen Politik anerkannt würde.

 

 

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„Einige Wildnisgebiete sind von nationalen Gesetzen geschützt, aber in den meisten Nationen sind diese Gebiete nicht formell definiert, kartiert oder geschützt," so Allan. „Es gibt nichts, was die Nationen, die Industrie oder die Gesellschaft davon abhalten könnte, den langfristigen Schutz zu gewährleisten. Wir müssen schnellstmöglich Ziele formulieren, um die Wildnis zu schützen – besonders solche, die sich um den Erhalt der Biodiversität bemühen, die gefährlichen Klimawandel abwenden und eine nachhaltige Entwicklung fördern."

Die Forscher zielen darauf ab, dass die globalen Strategien in lokale Aktionen übersetzt werden müssen. „Ein Eingriff, den diese Nationen priorisieren können, ist die Einrichtung von Schutzgebieten, die die Auswirkungen industrieller Aktivitäten auf die größere Landschaft oder die Meereslandschaft verlangsamen", sagte Professor Watson.

Und: „Aber wir müssen auch die industrielle Entwicklung aufhalten, um den Lebensraum indigener Bevölkerung zu erhalten, Mechanismen entwickeln, die es auf dem privaten Sektor ermöglichen, die Wildnis zu erhalten und die Expansion von regionalen Fischereimanagement-Organisationen vorantreiben. Wir haben schon so viel verloren, also müssen wir die Möglichkeit nutzen, die letzten Wildnisgebiete der Erde zu schützen, bevor sie für immer verschwinden."


red

 

 

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