09.11.2019

Jeder kann Insekten ein neues Zuhause schaffen

Foto: Insektenhelden

Weil immer weniger Insekten schwirren, wollen Philipp Held-Meisterjahn und Torben Krömeke aktiv dagegen etwas tun. Sie gründeten den Verein „Insektenhelden“ und wollen dafür sorgen, dass Krabbler oder Summer wieder ein giftfreies Zuhause in der Landschaft finden. Sie animieren Landwirte, Blühstreifen auf ihren Äckern anzupflanzern und dort keine Pestizide zu verspritzen.

Finanzieren sollen dies Paten. Jede und jeder kann also helfen. Dafür starten die Insektenhelden jetzt eine Crowdfunding-Aktion auf Startnext

 

Gemeinsam den Insekten helfen: Paten für Blühstreifen gesucht

 

Hintergrund: „42 Prozent der Insektenarten sind rückläufig“, bilanzieren die Insektenhelden: „Bei Fluginsekten sind es sogar 77 Prozent. Fast die Hälfte ist in ihrem Bestand gefährdet.“

Ihr Ziel: In Zusammenarbeit mit Politik, Forschung und vor allem auch Landwirten baut der neue Verein eine Online-Plattform zur Vermittlung von langfristigen Lebensräumen für Insekten auf landwirtschaftlichen Flächen auf. global° erklärt Philipp Held-Meisterjahn wie sie funktionieren und was sie errewichen soll:

 

Müssen die Blühstreifen eine Mindestfläche haben, damit sie wirken?

Philipp Held-Meisterjahn: Wir präferieren eine Fläche von mindestens drei Hektar (30.000 Quadratmeter) an Blühfläche für die Nahrungsgewinnung, Nistfläche zum Nisten und Überwintern sowie die Verheckung für die Fluginsekten. Des Weiteren sollte die Fläche nicht direkt neben einem konventionell genutzten Feld liegen, sonst wirken die Insekten-Pestizidmaßnahmen auch auf dem Biotop. Deshalb suchen wir am besten gemeinsam mit dem Landwirt vor Ort eine passende Lösung aus.

 

Wie lange dauert es, bis sich dort Insekten ansiedeln, oder muss "nachgeholfen" werden?

Die Insekten siedeln sich umgehend an. Wir haben im August gemeinsam mit der Landschaftsstation Kreis Höxter ein erstes Monitoring durchgeführt, welches gerade ausgewertet wird. Erste Erkenntnisse sind vielversprechend.

 

Kann ein Teilnehmer auch gezielt bestimmte (teilnehmende) Bauern fördern oder wer verteilt das Geld?

Aktuell ist es noch ein sehr individuelles Konzept mit nur einer Forschungsfläche von 4 Hektar. Auf der Plattform wird es dann zum Beispiel die Möglichkeit geben, einen Landwirt aus der eigenen Region auszuwählen und gezielt dort eine Fläche zu unterstützen.

 

Was haben die Unterstützer von der Teilnahme?

Die StartNext-Kampagne dient nur zum Start der Umsetzungsphase im Jahr 2020. Hier gibt es Dankeschön-Pakete, die je nach Betrag ausgewählt werden können.

 

Und dann?

Später geht es vor allem darum, dass die Unterstützer sich aktiv am Insektenschutz beteiligen und je nach Firmierung eine Rechnung oder Spendenquittung für die Steuererklärung bekommen. Das hängt dann von der Struktur der Plattform ab und ob wir als gemeinnütziger Verein eingestuft werden.

 

Möglichst viele Bauern sollen zum Mitmachen gewonnen werden

 

Philipp Held-Meisterjahn (r) und Torben Krömeke Foto: Insektenhelden

 

Welches Forschungsprojekt wird mit dem Geld konkret angegangen, was soll es belegen?

Unsere Biologen und Forscher von der Landschaftsstation und der Hochschule OWL arbeiteten dieses Jahr unentgeltlich an unserem Projekt. Dies kann nächstes Jahr aber nicht in der Form fortgeführt werden, da durch die Flächenbetreuung natürlich auch Kosten entstehen - An- und Abreise, Material, Personal und so weiter. Also wird das Geld maßgeblich für die Erstellung eines optimalen Konzeptes zum rekultivieren landwirtschaftlicher Fläche in ein Insektenschutzbiotop investiert, das dazugehörige Monitoring und die Dokumentation.

 

Wie verhalten sich (andere) Bauern zu diesem Projekt?

Wir stehen mit verschiedenen Landwirten im Austausch und haben sehr viel positive Resonanz bekommen.

 

Wen wollen Sie mit der Aktion erreichen?

Wir sprechen gezielt konventionelle Landwirte an, da wir hier den größten Effekt erzielen können.

 

Mit welchem Ziel?

Wir wollen mit unserer Plattform einen kleinen Teil zum Umdenken in der Landwirtschaft beitragen. Wir sind aber auch davon überzeugt, dass eine entgeltliche Entschädigung für die langfristige Umgestaltung der Flächen gesichert sein muss, um möglichst viele Landwirte von den Insektenhelden zu überzeugen.


pit

 

Die Startnext-Kampagne soll den Aufbau der Plattform, die Entwicklung nachhaltiger Blühflächen-Konzepte und die Finanzierung der Insektenhelden-Versuchsfläche unterstützen. Das Ziel sind 40.000 Euro im ersten Schritt – die ersten 5.000 sind bereits erreicht. Mitmachen kann jeder noch bis zum 15. Dezember.

 

 

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