Kampagne: Achtung für die Lebensbasis Boden

Foto: Wikimedia CC/Scott BAuer/USDA

Einer breit angelegte Kampagne für gute Böden wollen internationale Kooperationspartner der Biobranche auf die dramatische Situation der Bodenvernichtung durch die industrielle Landwirtschaft hinweisen und zugleich gegensteuern. „Laut den Vereinten Nationen“, betonen die Organisatoren, „gehen weltweit in jeder Minute Flächen in einer Größenordnung von 30 Fußballfeldern verloren: durch Überdüngung, Biozide, der rasant schwindenden natürlichen Bodenfruchtbarkeit, Erosion und Versteppung einst fruchtbarer Äcker.

 

In der Aktion „ Save Our Soils – Rettet unsere Böden“ schlossen sich internationale Unternehmen zusammengeschlossen: Federführend dabei sind die drei niederländischen Unternehmen Eosta, Soil & More und die Triodos Bank sowie die Ulrich Walter GmbH mit der Marke Lebensbaum aus Deutschland, die Teeplantage Ambootia aus Indien und die Amfri Farms aus Uganda.

 

Bis heute konnten sie bereits 200.000 Euro für den Bodenschutz sammeln. Ziel ist es, durch die Generierung weitere Spenden von Verbrauchern und Firmen den Fonds auf einen Betrag von 500.000 Euro aufzustocken, durch den dann eine Fläche von 25.000 Hektar Boden gerettet werden kann, so die Planung der Kampagnenmitglieder. Ihre Idee: „Um das Bewusstsein bei den Verbrauchern von Lebensmitteln zu schärfen, soll die Ausschüttung aus dem Fonds an Aktionen an Klicks von Konsumenten auf den hierfür eingerichteten Like-Button auf der Website des Projektes gekoppelt werden: Jeder Klick löst einen Betrag von 5 Euro aus dem gemeinsamen Topf aus, mit dem laut Angaben der Initiatoren eine Fläche von 500 Quadratmetern Boden vor der Vernichtung bewahrt werden kann.

 

Böden sind Grundlage der Welternährung

 

Logo: Save our soils

„Wir vergessen allzu leicht, dass die Böden buchstäblich die Grundlage der Welternährung sind“, warnt Aktionsgründer Volkert Engelsman. „Viele sensible Mikroorganismen im Boden werden durch die massiv eingesetzte chemische Keule der industriell betriebenen Landwirtschaft schlichtweg erschlagen und berauben dadurch den Boden seiner natürlichen Fruchtbarkeit und seiner lebenswichtigen Aufnahmefähigkeit für Wasser. Die Folge ist, dass Millionen Hektar ehemals fruchtbarer Anbauflächen fortgeschwemmt und teilweise irreversibel geschädigt wurden. Wenn das so weitergeht, wird definitiv die Welternährung auf Kosten kurzfristiger Ertragsprofite aus Spiel gesetzt.“ Nebenbei, so Engelsman weiter, seien fruchtbare Böden neben den Meeren der zweitgrößte CO2-Speicher, daher von eklatanter Bedeutung für das Klima unseres Planeten.

Die Antwort auf die sich anbahnende Katastrophe lautet den Projektverantwortlichen zufolge Biolandbau oder Einsatz von Bio-Komposten, um die Böden wieder mit aktiven Organismen zu versorgen und zu renaturieren.

 

Prominente Unterstützer als Bodenbotschafter

 

Projektpartner Soil & More, weltweit aktiv in der Erzeugung und Verbreitung von biologischen Komposten, ist in der Aktion zuständig für die Verteilung der eingesetzten Gelder aus dem Fonds und die Dokumentation der durchgeführten Aktivitäten.

 

Ins Leben gerufen wurde der Fonds „Save Our Soils – Rettet unsere Böden“ von Natur & More auf der diesjährigen BioFach. Neben der internationalen Konferenz „Celebrating Soil! Celebrating Life!“ im Sommer, die verschiedene Experten zum Thema Boden zusammenbringt, hat Nature & More die Aktion „Werde BodenBotschafter!“ ins Leben gerufen. Prominente Vorreiterinnen wie die Fernsehköchin Sarah Wiener und die Umweltaktivistin Vandana Shiva setzten mit öffentlichen Guerilla Gardening-Aktionen ein aktives Zeichen für den Boden. Die Facebook-Aktion „Ich mag Bio“ soll nun die Kampagnenbotschaft in die sozialen Medien und damit direkt zum Verbraucher tragen.

 

Saat Macht Satt – Wer kontrolliert das Saatgut?

 

Unter diesem Motto findet am 29. und 30. Mai in Berlin eine öffentlichen Konferenz statt, die sich im Vorfeld des G7-Gipfels im Juni 2015 mit der aktuellen politischen Situation zum Thema Saatgut in verschiedenen Regionen auseinandersetzt. Dazu finden Vorträge, Workshops, eine Ausstellung sowie eine Saatguttauschbörse statt.

Hintergrund der Veranstaltung ist laut Veranstalter, dass schlechter Zugang zu Ressourcen und angepasstes Wissen dazu führt, dass Kleinbäuer_innen häufig zu den Hungernden dieser Welt gehören. Restriktive Saatgutgesetzgebungen erschweren die Nutzung von Vielfaltssaatgut oder delegitimieren sie sogar. Mit aggressiven Markterschliessungsstrategien verdrängen Agrarkonzerne lokales Saatgut durch Hybrid- und Gentechnik-Saatgut. Und die Leitlinien einer internationalen (Handels-)Politik fördern eine ressourcenintensive und großflächige Landwirtschaft zu Ungusten angepasster lokaler agrarökologischer Systeme.

 

Veranstalter sind die Rosa Luxemburg Stiftung und das Forum Umwelt und Entwicklung.


red

 

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