DUH: Kaufboykott an der Theke schützt Fische

Foto: ap/Sergei Brehm

Wenige Tage vor Weihnachten ruft die Deutsche Umwelthilfe (DUH), Mitglied der internationalen OCEAN2012-Kampagne, dazu auf, aktiv gegen die anhaltende Überfischung der Meere anzupacken. Die Informationsbroschüre „Warum Überfischung uns alle angeht“ klärt über bedrohte Fischarten auf und appelliert an Politik und Verbraucher, die ökologische Vision gesunder Ozeane und nachhaltiger Fischereien in die Praxis umzusetzen. OCEAN2012 ist ein Zusammenschluss von Organisationen, die Überfischung und destruktive Fischfangmethoden beenden und eine angemessene und gerechte Nutzung gesunder Fischbestände durchsetzen wollen.

„Einige der traditionellen Fisch- und Meeresfrüchtegerichte, die man überall in Europa und besonders an den Festtagen schätzt, drohen über kurz oder lang von unseren Tellern zu verschwinden“, erklärt Nina Wolff, Fischerei-Expertin der DUH und Koordinatorin von OCEAN2012in Deutschland. „Wir können nicht weiterhin so tun, als ob die Fischbestände unerschöpflich wären.“

Die Mehrzahl der europäischen Fischbestände ist noch immer überfischt. Durch die Politik festgelegte Fanggrenzen könnten helfen, die Meere vor übermäßiger Ausbeutung zu schützen. Jedoch haben die EU-Fischereiminister über viele Jahre die zulässigen Fangquoten weit oberhalb der wissenschaftlichen Empfehlungen festgelegt. Bei 64 Prozent der europäischen Bestände fehlt sogar die wissenschaftliche Grundlage für ein nachhaltiges Management. So ist das Vorkommen des Europäischen Aals nach Schätzungen der Weltnaturschutzunion (IUCN) in den letzten sechzig Jahren um über 80 Prozent geschrumpft. Die Art gilt heute als kritisch gefährdet. Ebenfalls stark betroffen von der Überfischung ist der im Mittelmeerraum beliebte Tintenfisch, für dessen Einfuhr man allein in Spanien im Jahr 2007 198 Millionen Euro ausgab, um die entstandenen Lücken in der Versorgung aus eigenen Gewässern zu schließen. Auch der gerade um die Jahreswende beliebte Wildlachs ist nur noch in geringer Anzahl vorhanden.

„Vor allem die Politik steht in der Pflicht, entschieden gegen die Überfischung vorzugehen und dafür zu sorgen, dass den Europäern nur noch nachhaltig gefangener Fisch angeboten wird“, sagt Nina Wolff. „Aber auch die Käuferinnen und Käufer können sich engagieren. Denn was auf ihren Teller kommt, entscheiden sie allein. Wer also die eigenen Essgewohnheiten überdenkt und beim Einkauf auf die nachhaltige Herkunft von Fischprodukten achtet, kann aktiv dazu beitragen, Überfischung zu beenden.“

Hier finden Sie die Infobroschüre der Aktion.

 

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