Kegelrobben-Nachwuchs in Sicht

Kegelrobbe in der Ostsee vor der Greifswalder Oie Foto: Jordsand e. V.

Tragende Kegelrobbendame weckt Hoffnung auf Wiederansiedlung: Forscher entdeckten auf der Insel „Greifswalder Oie“ eine trächtige Kegelrobbe. In einer Gruppe von über 40 Tieren beobachteten Mitarbeiter des Vereins Jordsand e. V. bereits im Dezember das deutlich dickere Weibchen. Am vergangenen Donnerstag ist es den Forschern gelungen, das Weibchen zu fotografieren.

Das Bundesamt für Naturschutz bestätigte daraufhin, dass es sich hierbei um eine trächtige Kegelrobbe handele. Die Geburt eines Jungtiers der einst dort ausgerotteten Art wäre entlang der deutschen Ostseeküste eine Sensation. Falls der Nachwuchs tatsächlich auf der Insel zur Welt kommt, halten die Wissenschaftler es für möglich, dass die Robben die Gegend wieder als Lebensraum akzeptiert haben.

 

Ausrottung und Rückkehr

 

Ende des 19. Jahrhunderts lebten in der Ostsee etwa 100.000 Kegelrobben, davon vermutlich nur wenige hundert an der deutschen Küste. Bis in die 1920er-Jahre galten Kegelrobben aufgrund von Bejagung und Lebensraumzerstörung in der südlichen Ostsee als ausgestorben.

Eine hohe Schadstoffbelastung in der Ostsee in späteren Jahrzehnten führte zur Unfruchtbarkeit eines Großteils der weiblichen Robben. Somit schrumpfte der sich bis dato wieder erholte Bestand abermals auf rund 5.000 Tiere.

An der Küste Mecklenburg-Vorpommerns wächst der Bestand seit den vergangenen 15 Jahren langsam an. Auch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) unterstützte von 1998 bis 2002 ein Forschungsprojekt zur Wiederansiedlung der Kegelrobben in ihren ursprünglichen Lebensräumen an der deutschen Ostseeküste. Der Bestand an Kegelrobben in der gesamten Ostsee wird aktuell vom BfN auf rund 30.000 Tiere geschätzt. Die Art ist durch die Helsinki-Kommission zum Schutz der Meeresumwelt (Helcom) und das deutsche und europäische Naturschutzrecht streng geschützt.

 

Robbenbaby ist Hoffnungsträger

 

Mathias Mähler, Leiter der Vogelbeobachtungsstation vom Verein Jordsand e. V., hat die Kegelrobbe am vergangenen Donnerstag aus etwa 50 Meter Entfernung fotografiert. Daraufhin hat das Bundesamt für Naturschutz die Bilder ausgewertet.

„Wir sind uns ganz sicher, dass das Tier trächtig ist. Es ist deutlich dicker als die anderen Tiere und bewegt sich schwerfällig.“ sagte der wissenschaftliche Direktor für Meeresnaturschutz am BfN , Henning von Nordheim: „Der Wurf ist jeden Tag möglich“. Die erste Geburt einer kleinen Robbe auf der Greifswalder Oie wäre ein Meilenstein zur Rückkehr der Tiere. CDC

 

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