Klimawandel setzt Tropenvögeln zu

Zaunkönig Foto: Dale Morris/University of Windsor

Eigentlich - sollten wir annehmen - stellt Hitze für Tropenvögel kein sonderliches Problem dar: Jetzt aber belegen Wissenschaftler der kanadischen University of Guelph zusammen mit Kollegen aus Windsor, wie groß die globale Erderwärmung zur Gefahr für nicht wandernde Singvögel, sogenannte Standvögel, ist.

"Vor allem Tiere in tropischen Umgebungen sind bei weiter ansteigenden Temperaturen gefährdet", schreibt die Agentur Pressetext über die Forschungsergebnisse der Wissenschaftler: "Der Grund liegt auf der Hand: Es wird ihnen einfach zu warm."

 

Klimawandel: Jede Vogelart kann betroffen sein

 

"Prinzipiell kann jede Vogelart von klimatischen Veränderungen positiv oder negativ betroffen sein", zitiert die Agentur Vogelforscher Ommo Hüppop vom Institut für Vogelforschung Vogelwarte Helgoland". Der Experten bestätigt, dass nicht nur die Temperatur, sondern beispielsweise auch Niederschlag eine Rolle spiele.

Für ihre Forschungen haben die Wissenschaftler 15 Jahre lang eine Population von Zaunkönigen in Costa Rica beobachtet. Einmal jährlich markierten sie die Vögel und überprüften so ihren Fortbestand. "Unsere Forschungen ergeben, dass Temperaturanstiege die Überlebenschancen von Tropenvögeln verringern", sagt Forschungsleiter Brad Woodworth. "Das Problem ist, dass sie nicht einfach auf kältere Regionen ausweichen können."

Die Ergebnisse der Forschung zeigten über die Jahre hinweg, dass hohe Temperaturen den Vögeln mehr zusetzten und die Mortalitätsrate mit steigenden Temperaturen im Beobachtungszeitraum anstieg. "Die Werte waren stark abhängig von den klimatischen Bedingungen während der Trockenzeit und beeinflussten allem voran die männlichen Vögel", wie Woodworth erklärt. Weniger Einfluss nahmen die Temperaturen auf die Überlebenschancen von Weibchen.

 

Tropische Standvögel wenig erforscht

 

"Die meisten Forschungen konzentrierten sich bisher auf die Populationen von Wandervögeln oder Vögeln, die in klimatisch gemäßigten Regionen beheimatet sind", stellt Forscher Dan Mennill fest. Die meisten Arten und vielfältigsten Vorkommen gäbe es jedoch in den Tropen. Diese seien von der globalen Erderwärmung am meisten betroffen, so der Wissenschaftler.


red

 

 

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