Klimawandel: Wasser sparen in Deutschland

Trinkwasser Foto: Wikimedia CC

Deutschland spart Wasser – aber Anstrengung weiter nötig: 23 Liter pro Tag und Kopf – um so viel sank seit 1991 die Trinkwassernutzung in Deutschland. Heute brauchen wir nur noch 121 Liter pro Kopf am Tag. Das entspricht nur 2,7 Prozent des verfügbaren Wassers. „Dennoch gibt es gute Gründe weiter sorgsam mit Wasser umzugehen“, glaubt Thomas Holzmann, der Vizepräsident des Umweltbundesamtes (UBA) und sagt: „In Zeiten der Klimaänderung tut Deutschland gut daran, beim Wassersparen nicht nachzulassen.“

Wassersparen lohne vor allem beim Warmwasser, betonen die Wissenschaftler des Bundesamts. Je weniger Wasser für Duschen und Baden erhitzt werden muss, desto weniger Energie wird verbraucht. „Das entlastet das Klima und die Haushaltskasse“, sagt UBA-Vize Holzmann.

 

Klimawandel könnte auch zu Wassernöten in Deutschland führen

 

Eigentlich muss in Deutschland niemand Wasser sparen. Es gibt bei uns genug vom kostbaren Nass, Trockenzeiten wie in anderen Weltregionen sind in Mitteleuropa eher die Ausnahme. Die >I>UBA-Experten: „Rund 70 Prozent des Trinkwassers gewinnen wir aus Grundwasser. Nur in rund 4 Prozent der 1.000 Grundwasserkörper in Deutschland wird mehr Wasser entnommen, als sich neu bilden kann.“

Probleme bei der Wassergewinnung entstehen meist durch den Bergbau, der ein Abpumpen des Grundwassers erfordert oder an der Küste, wo zu große Entnahmen von Grundwasser dazu führt, dass Salzwasser in das Grundwasser eindringt. „Dann ist es als Trinkwasser kaum noch nutzbar“, sagen die UBA-Wasserexperten. Sie wissen aber auch: „Durch den Klimawandel könnte sich der Nutzungsdruck auf das Grundwasser regional verschärfen, wenn dort – wie befürchtet – die Niederschläge weniger werden oder das Niederschlagswasser zu einem höheren Anteil oberflächlich abfließt.“

Durch den zunehmenden Austausch alter Haushaltsgeräte mit Wasser sparenden Armaturen, Waschmaschinen und Geschirrspülern, lobt das Amt, hätten Privathaushalte in Deutschland schon viel zum Wassersparen beigetragen: „Im Europäischen Vergleich der genutzten Mengen liegt Deutschland bereits im unteren Drittel, und dies ohne Einbußen an Komfort und Lebensqualität.“

 

Abflussproblem nicht durch Wassersparen zu lösen

 

Zu viel Wassersparen nämlich kann auch Probleme auslösen. Durch den Wegzug vieler Menschen aus ländlichen Regionen, den demografischen Wandel und das Wassersparen lasse mitunter in den Trinkwassernetzen die Entnahme stagnieren. „Dies kann die Trinkwasserqualität beeinträchtigen“, so die Wissenschaftler. Zudem bilden sich in den Abwassernetzen „mancherorts unangenehm riechende Faulgase, weil zu wenig Wasser durch die Leitungen fließt“. Dann müssen Wasserversorger oder Abwasserentsorger die Kanäle spülen. „Dieses Problem sollten nicht die Haushalte lösen, indem sie mehr Wasser verbrauchen als nötig“, betont das UBA.


red

 

 

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