Korallen haben Schutz vor Folgen des Klimawandels

Foto: ap/Joachim Kant

Schutz gegen die Folgen des Klimawandels: Korallen besitzen offenbar einen Mechanismus, durch den sie die fortschreitende Versauerung der Weltmeere ausgleichen können. Das entdeckten jetzt Wissenschaftler des zum Nationalen Forschungsrat CNR gehörenden Istituto delle Scienze Marine im italienischen Venedig.

Die Forscher veröffentlichten das Ergebnis ihrer Studien gemeinsam mit Wissenschaftlern der University of Western Australia in der Fachzeitschrift Nature. „Es gibt Korallen mit einer aragonitischen Kalkstruktur und solche, die aus Kalzit bestehen“, erklärt Projektleiter Paolo Montagna der Agentur Pressetext. Unter Verwendung von Bor-Isotopen wurden bei seinen Versuchen die Unterschiede der pH-Werte im freien Ozean zu denen im Koralleninneren ermittelt. Montagna: „Dabei haben wir festgestellt, dass aragonitische Korallen wie beispielsweise Acropora und Porites einen Anpassungsmodus besitzen, mit dem der im Inneren herrschende pH-Wert erhöht werden kann.“

 

pH-Wert der Meere stieg seit 1800 um rund 40 Prozent

 

Das haben die Korallen auch dringend nötig. Der CO2-Gehalt in den Weltmeeren seit 1800 um 40 Prozent gestiegen, beschreibt die Agentur die Situation, die durch den Klimawandel entstand. 30 Prozent der vom Menschen hervorgerufenen Emissionen hat das Wasser der Ozeane aufgenommen und gebunden. „Das damit verbundene Absinken des pH-Wertes von 8,2 auf 8,1 mag zwar als geringfügig erscheinen. Doch aufgrund paläoklimatischer Studien wissen wir, dass der pH-Wert in den Ozeanen während der vergangenen zwei Mio. Jahre nie unter 8,1 gefallen ist und bei Fortgang der derzeitigen CO2-Belastung im Jahr 2100 bis auf 7,7 sinken würde“, erläutert Montagna.

Das ist aber kein Grund für eine Entspannung. Die aus Kalzit aufgebauten Korallen nämlich besitzen die von seiner Forschungsgruppe entdeckte Möglichkeit, der Meeresversauerung zu begegnen nicht. „Deshalb nimmt die Fähigkeit der Weltmeere zur Aufnahme von CO2 zum Schutz gegen den Treibhauseffekt längerfristig ab“, beschreibt die Agentur die aktuelle Lage.

 

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